Sozialpolitiker und Agenda-Gegner
SPD trauert um Ottmar Schreiner

Der SPD-Linke Ottmar Schreiner ist tot. Der langjährige Bundestagsabgeordnete starb am Samstag nach langer Krankheit. Mit ihm verliert die SPD einen ihrer profiliertesten Sozialpolitiker.
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BerlinDer SPD-Sozialpolitiker Ottmar Schreiner ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Der langjährige Bundestagsabgeordnete, der an Krebs erkrankt war, starb am Samstag.

Schreiner, der bereits seit 32 Jahren im Bundestag saß, war ein erbitterter Gegner der Reform-Agenda 2010 des damaligen SPD-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Auch die von der SPD in der großen Koalition mitbeschlossene Rente mit 67 lehnte er strikt ab.

Der ehemalige Fallschirmjäger und spätere Jurist stammte aus dem saarländischen Merzig, wo er trotz seines späteren Umzugs nach Saarlouis bis zuletzt auch ein Wahlkreisbüro unterhielt. Der Katholik trat 1969 in die SPD ein und wurde 1980 in der Regierungszeit Helmut Schmidts erstmals in den Bundestag gewählt. 1997/98 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

1998 wurde er Bundesgeschäftsführer seiner Partei, aber bereits nach einem Jahr wurde er von Schröder aus dem Amt gedrängt. Danach wurde zeitweilig gar über einen Wechsel Schreiners zur Linkspartei spekuliert, zumal er sich deren früherem Vorsitzenden, dem einstigen saarländischen Spitzen-Sozialdemokraten Oskar Lafontaine, weiterhin verbunden fühlte. Doch Schreiner blieb den Sozialdemokraten bis zum Schluss treu.

Auf eine erneute Kandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst hatte Schreiner wegen seiner Krebserkrankung verzichtet. Im vergangenen Jahr hatte der Sozialpolitiker bereits den Vorsitz der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) abgegeben, den der seit dem Jahr 2000 innehatte.

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  • .. ein linker Verbrecher weniger!

  • Das sehe ich auch so. Schade, ein großer Verlust für alle.

  • Das frage ich mich auch schon solange es diesen Begriff gibt.

    Bei den Sozen und anderen linken Gutmenschen kann das nur bedeuten Neiddebatte schüren und von oben nach unten verteilen, aber nur so das sie selber nicht davon betroffen sind, denn da hört auch bei denen die Solidarität auf.

    Trotzdem Beileid an die Hinterbliebenen.

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