Sozialsysteme
DGB fordert höhere Arbeitgeberbeiträge für Krankenkassen

Der DGB fordert die Regierungskoalition auf, den zu erwartenden Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu stoppen.

HB BERLIN. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht, dies sei möglich, wenn der Bund die Beiträge für "Hartz IV"-Empfänger so aufstocke, dass damit auch die Durchschnittsausgaben der Kassen gedeckt sind. "Dafür muss der Beitragssatz für Langzeitarbeitslose von heute 118 auf 250 Euro erhöht werden", sagte sie.

Gleichzeitig forderte Buntenbach, die Arbeitgeber stärker an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu beteiligen. Der zusätzliche Beitragssatz von 0,9 Prozent, den die Arbeitnehmer seit Juli 2005 allein aufzubringen haben, müsse wieder zur Hälfte von Arbeitgeberseite mitgetragen werden.

Als Begründung nannte Buntenbach die Kosten durch arbeitsbedingte Erkrankungen, die nach Angaben des BKK-Bundesverbands die Kassen mit mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr belasteten. "Fakt ist, dass die Arbeitgeber jedes Jahr vermeidbare Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung abladen und gleichzeitig niedrigere Beiträge fordern", sagte sie.

Diese Haltung dürfe nicht stillschweigend geduldet werden. Die Bürger würden für Praxisgebühren, Zuzahlungen und Sonderbeiträge immer mehr zur Kasse gebeten, während die Arbeitgeber immer weniger zahlten.

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