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Spardebatte vor G-20-Gipfel: Berlin rät USA zu Entzug von der Schuldensucht

Unmittelbar vor Beginn der Gipfeltreffen der führenden Industrienationen und Schwellenländer wehrt sich die Bundesregierung energisch gegen den Vorwurf, mit ihrem Sparkurs die Erholung der Weltwirtschaft zu gefährden. Mit Blick auf entsprechende Kritik vor allem aus den USA verteidigten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Finanzminister Wolfgang Schäuble den Konsolidierungskurs als notwendig und sogar hilfreich für die Erholung der Konjunktur. Auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet unterstützte die Argumentation.

Machen Front gegen Schuldensünder: Merkel und Schäuble. Quelle: dpa
Machen Front gegen Schuldensünder: Merkel und Schäuble. Quelle: dpa

HB BERLIN. Merkel betonte, es dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland in diesem Jahr eine Rekordverschuldung auf sich genommen habe, um die Weltkonjunktur und den Konsum in Deutschland zu stimulieren. Auch in diesem Jahr unternehme Deutschland für die Belebung des weltweiten Wachstums sehr viel mehr, als dies im Durchschnitt der Fall sei, sagte sie in der ARD. "Wir geben auch in diesem Jahr ungefähr 2,1 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts für Konjunkturmaßnahmen aus", betonte Merkel.

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Dies habe sie auch im Gespräch mit US-Präsident Barack Obama vertreten, der gegen eine rasche Abkehr von Konjunkturprogrammen ist. "Ich habe noch einmal deutlich gemacht, dass unsere Sparvorschläge ausgesprochen wachstumsorientiert sind", sagte Merkel. Auch der Schwerpunkt der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit helfe, die Konjunktur anzukurbeln. Zur Frage, ob Obama die Argumentation akzeptiere, sagte die Kanzlerin: "Ich glaube, dass diese Argumente schon gehört wurden." Obama hatte Merkel zuletzt in einem Telefonat nach US-Angaben aufgefordert, die globalen Wachstumskräfte zu fördern. Die US- Regierung ist der Ansicht, dass es noch nicht an der Zeit ist, die zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturprogramme zurückzufahren.

Merkel kündigte zudem an, trotz gestiegener Steuereinnahmen am Sparpaket festzuhalten. "Wir werden die Anstrengungen, die wir jetzt verabredet haben, umsetzen. Ich glaube, wir sollten nicht nachlassen."

Finanzminister Wolfgang Schäuble wandte sich ebenfalls entschieden gegen das Image der Regierung als globale Wachstumsbremse. Der Vorwurf, Deutschland agiere vorschnell und bremse die anziehende Konjunktur durch das Sparprogramm, sei ungerechtfertigt, schrieb der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt am Donnerstag. "Diese Argumentation kann ich nicht nachvollziehen, schon deshalb nicht, weil Deutschland seit Ende 2008 umfangreiche Maßnahmen ergriffen hat, um die Konjunktur zu stabilisieren."

Deutschland nehme seine Verantwortung für das europäische und weltweite Wachstum wahr, "aber nicht durch das Auftürmen weiterer öffentlicher Schulden, sondern indem wir unserer Rolle als Stabilitätsanker gerecht werden." Schäuble unterstrich, die "kreditfinanzierte Stimulierung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage darf nicht zum Dauerzustand mit Drogencharakter werden". Deutschland verfolge den richtigen Weg, weil die ersten Konsolidierungsmaßnahmen 2011 in Kraft träten, "mit einem Volumen von weniger als 0,5 Prozent des BIP. Von einer Vollbremsung kann nicht die Rede sein, eher von einem maßvollen, Wachstumskräfte freisetzenden Drosseln der Neuverschuldung."

Die USA handelten dagegen "offenbar eher maßnahmenbezogen mit punktuellem Blick auf die aktuelle Situation". Das Denken in Kontinentaleuropa sei viel stärker institutionell verankert und achte darauf, dass eine als zu hoch empfundene Staatsverschuldung Ängste auslöse: "Deshalb wäre es gerade bei uns kontraproduktiv, wenn wir versuchten, durch noch höhere Staatsverschuldung für mehr Nachfrage zu sorgen."

EZB-Präsident Trichet stützte die Argumentation der Bundesregierung. In einem Interview der italienischen Zeitung "La Repubblica" sagte Trichet, mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung sei die Vorstellung falsch, Sparmaßnahmen könnten eine Stagnation in der Eurozone auslösen. Er sei überzeugt, dass in der gegenwärtigen Situation eine Politik der Vertrauensbildung die Erholung eher fördere als bremse, sagte Trichet. Deutschland unternehme die richtigen Schritte mit seinem Sparprogramm.

  • 24.06.2010, 15:20 UhrAnonymer Benutzer: Dr. Bröll Willi

    Wenn Soros und Krugman beide zum Ergebnis gelangen, dass die deutsche Fiskalpolitik und auch andere - wie Krugman in der New York Times beklagt - verantwortlich seinen für eine neue Wirtschaftsdepression mag nicht verwundern. Soros hat ein persönliches interesse an stimulierenden Maßnahmen mit seinen investments und Krugman bleibt eigentlich jede Erklärung für seine Kritik schuldig. Ja er führt an, die deutschen kritisierten Ökonomen und Politiker würden zu früh fiskalpolitisch eingreifen und das zarte Pflänzchen Konjunkturaufschwung gefährden. Das ist es dann auch mehr Argumente scheinen nicht auf. Tatsache ist, dass mit einem Ausmaß von 1 % des biP sich die fiskalpoltischen Eingriffe sehr in Grenzen halten und maßvolle zeitliche Eingriffe jedenfalls besser sind als den Kübel mal heiß mal kalt auszugießen. Die Amerikaner haben allen Grund ihre Probleme wie rückgängige Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt damit verbunden das Außenhandelsdefizit aber auch die Schuldenpolitik zu überdenken. Schon einmal waren die steigenden Geldmengen, ausufernde Defizite und Verschuldung (der privaten Hand) Hauptverursacher dew wirtschaftlichen Abschwungs. bei allem Resepekt vor Krugman als Theoretiker und Verständnis für das Eigennutzdenken eines Soros der von der deutschen bundesbank und Politik eingeschlagene Weg - über Details mag man streiten -ist richtig, maßvoll und zeitsensibel. Dass sich damit die Probleme der unterschiedlichen wirtschafts(stabilitäts)politischen Entwicklung in Europa nicht lösen lassen ist auch klar, aber dafür sind andere Maßnahmen erforderlich. Wenn ein Land den weltwirtschaftlichen Aufschwung gefährdet durch Doppeldefizit und Maßlosigkeit dann sind es die USA und nicht Europa.

  • 24.06.2010, 15:16 UhrAnonymer Benutzer: Hochmut kommt vor dem Fall

    Wir haben den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland momentan nur deshalb, weil wir mehr exportieren. Wir exportieren mehr, weil der Euro recht niedrig notiert. Der Euro notiert niedrig wegen den Griechen und Spanien. Danke an diese Länder, die uns ungewollt zu mehr Export verholfen haben.

    Und was ist, wenn der Euro wieder höher notiert. Dann haben wir keine ausreichende binnennachfrage, weil wir Deutschen sparen, sparen und sparen.

    Um aus einer Wirtschaftskrise herauszukommen, braucht man auch den Willen einen Ertrag in der Zukunft zu generieren. Die geplanten Einsparungen gehen damit in Ordnung. Nur sparen genügt nicht. Wir brauchen also investitionen in Straßensanierungen, Transrapid, Gebäude usw. Also sollten die Einsparungen während der Wirtschaftskrise in "Hardware" investiert werden.

    Tunlichst vermeiden sollte man Diskussion über investitionen in Windkraftanlagen, Solarzellen, biomülltonnen und anderen Subventionswindmühlen. Wir brauchen jetzt einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung und keine Wirtschaftsromantik.

  • 24.06.2010, 14:40 UhrAnonymer Benutzer: Gääääähhnnnnnn

    na na na Frau Merkel, erst sind hierzulande ein paar gegangen worden nun gehts in Amiland weiter.
    Frau Merkel respekt für soviel Mut und Energie

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