SPD-Bankenplan
Ackermann unterstützt Steinbrücks Pläne zum Bankenrettungsfonds

Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann unterstützt die Ideen des SPD-Kanzlerkandidaten zur Reform des Finanzsektors - wenigstens zum Teil. Das Wirtschaftsministerium kritisiert Peer Steinbrücks Pläne.
  • 11

Der ehemalige Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat das Konzept des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zur Reform des Finanzsektors in Teilen unterstützt. Er teile Steinbrücks Meinung, "dass wir auf europäischer Ebene einen Restrukturierungsfonds benötigen, um Banken auch grenzüberschreitend abzuwickeln", sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Talkshow von Günther Jauch.

Steinbrück hatte sein Konzept vergangene Woche vorgestellt. Es sieht unter anderem einen von Europas Banken selbst finanzierten Banken-Rettungsfonds mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro vor. Zudem pocht er auf eine europäische Finanztransaktionsteuer, um den Finanzsektor an den Kosten der Krise zu beteiligen. Gleichzeitig will der ehemalige Finanzminister das Privat- und Geschäftskundengeschäft vom Investmentbanking trennen - notfalls könnte dann der Investmentteil abgewickelt werden.

Eine Trennung der Geschäfts- und Investmentbereiche von Banken lehnt Ackermann ab, stattdessen fordert er klare Regeln für das Investmentbanking: Unter anderem müsste der Transfer von Geldern aus dem Privatkundengeschäft ins "risikoreiche Investmentbanking" verboten werden, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank.

Das Wirtschaftsministerium kritisierte, das SPD-Konzept zur Regulierung der Finanzmärkte "enthält kaum Neues", heißt es in einer internen Bewertung, die der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) vorliegt.

"Das Papier zeichnet überwiegend lediglich den derzeitigen Diskussionsstand nach, insbesondere bei Finanztransaktionssteuer, europäischer Bankenaufsicht und Hochfrequenzhandel", schreiben die Autoren. Teilweise bleibe es sogar hinter dem Stand der aktuellen Regulierung zurück, etwa bei der Kontrolle von außerbörslich gehandelten Derivaten.

Die Beamten des Ministers Philipp Rösler (FDP) kritisieren auch die von Steinbrück geforderte Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanking. "Anders als in der Öffentlichkeit teilweise wahrgenommen, fordert das Papier keine vollständige Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking, sondern die Abschirmung beider Bereiche voneinander, d.h. lediglich die Trennung unter einem Dach." Nach Ansicht der Autoren hat sich das deutsche Universalbankmodell jedoch "grundsätzlich bewährt".

Kommentare zu " SPD-Bankenplan: Ackermann unterstützt Steinbrücks Pläne zum Bankenrettungsfonds"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich habe jetzt schon das Gefühl, nur wenige Tage nach Steinbrücks Nominierung, dass er sich schneller selbst erledigt, als wir denken
    Großmäulig und arrogant ein Jahr lang durch die Lande tingeln, wird nicht gehen
    Zum Schluß wird die SPD dümmer dastehen als je zuvor

  • Keine Versicherung zahlt fuer Altschaeden, die vor dem Abschluss der Versicherung entstanden sind. Pleitebanken muessten abgewickelt werden, andere Banken muessten von ihren Aktionaeren saniert werden, bevor sie einer Einlagenversicherung beitreten koennten. Ist das von Steinbrueck oder Ackermann beabsichtigt? NEIN!!!!

    Und warum sollten solide Banken an den Kosten beteiligt werden, die unsolide Banken verursachen? Vollstaendige Glauebigerhaftung entspricht dem Verursacherprinzip! Warum sollten Steuerzahler oder Sparer oder solide Banken fuer unserioeses Banking bezahlen?

  • Na da treffen sich dann die alten Freunde von der HRE-Bankenrettung sicher bald wieder und retten alles was geht zu Lasten der deutschen Steuerzahler. Oder lieber Peer? Wie war das damals, als Dir Ackermann empfahl die HRE mit 150/160 Mrd. auf Kosten des Steuerzahlers zu retten? Er wird Dir auch beim nächsten Mal einen guten Rat zu Lasten der deutschen Steuerzahler geben und ein SPD-ler tut ja gerne , was ein Banker sagt. Das beweist hohe finanzpolitische Kompetenz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%