SPD
Chancenlose Opposition

Eine rot-grüne Mehrheit scheint derzeit unerreichbar - zumal der Herausforder des populären Ministerpräsidenten Wulff, SPD-Spitzenkadidat Wolfgang Jüttner, für die meisten Niedersachsen noch immer ein unbeschriebenes Blatt ist.
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HB HANNOVER. "Ich bin kein eitler Pfau, der durch die Gegend springt", pflegt der 59 Jahre alte frühere Umweltminister seine Zurückhaltung zu beschreiben. Dass es dem Soziologen gelingen könnte, den populären Amtsinhaber Wulff noch auf der Zielgeraden auszubremsen, bezweifelt - mitunter öffentlich, meist jedoch hinter vorgehaltener Hand - auch so mancher Parteifreund.

Im Wahlkampf setzen die niedersächsischen Sozialdemokraten auf soziale Gerechtigkeit. Ihre Plakate fordern in großen weißen Lettern auf tiefrotem Grund wahlweise "Würde" für Arbeitnehmer, "Respekt" vor Älteren, "Stolz" auf Kinder oder "Schutz" von Familien. Zudem verkünden sie den persönlichen Slogan des SPD-Spitzenkandidaten Jüttner: "Gerechtigkeit kommt wieder".

Doch ausgerechnet in der in der Gerechtigkeitsdebatte droht unliebsame Konkurrenz: Mit 8,4 Prozent war die Linke im Frühjahr 2007 in die Bremer Bürgerschaft und damit zum ersten Mal in ein westdeutsches Landesparlament eingezogen. Kreszentia Flauger (41) will als Spitzenkandidatin der Linken versuchen, den Erfolg von Bremen in Niedersachsen zu wiederholen. "Je stärker wir werden, desto sozialer wird die SPD", lautet ihr Motto. Allerdings dürfte es die Linke in einem Flächenland wie Niedersachsen schwerer haben als in Bremen. In den Umfragen liegt die Linke derzeit nur bei vier Prozent.

Während die SPD-Spitze Spekulationen über eine rot-rot-grüne Koalition weit von sich weist, schließen zumindest Teile der Grünen eine Zusammenarbeit mit der Linken nicht aus. "Unser erstes Ziel ist es, Schwarz-Gelb abzulösen", sagt Spitzenfrau Ursula Helmhold. "Und wir wollen drittstärkste Kraft werden."

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