SPD-Chef und die Familie: Tochter krank, Gabriel bleibt zuhause

SPD-Chef und die Familie
Tochter krank, Gabriel bleibt zuhause

Der Wirtschaftsminister sagt wegen der Tochter seine Termine für Dienstag ab. Die Ankündigung zeigt, wie sich das Familienbild wandelt. Wie auch andere Spitzenpolitiker versuchen, Kind und Karriere zu vereinbaren.

BerlinAm Montagabend besuchte Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel noch das traditionelle Grünkohlessen der SPD in Hamburg Altona, dann machte sich der 56-Jährige auf den Weg nach Hause. Denn in Goslar liegt seine Tochter Marie mit Scharlach im Bett.

„Ich bin den nächsten Tagen häufiger zuhause, weil meine Frau den Spruch, dass ich immer ganz Wichtiges zu tun hätte, wenn‘s zuhause mal Probleme gibt, nur begrenzt erträgt“, sagte der SPD-Chef vor seiner Abfahrt. Er bleibe aber auch gerne für seine Tochter zuhause. „Meine Frau muss die Praxis offenhalten.“ Also kümmere er sich bis Mittwoch um die fast vierjährige Tochter. Danach kämen die Großeltern. Gabriels Frau ist Zahnärztin mit eigener Praxis.

Natürlich bedeutet das Kinderhüten „bis Mitte der Woche“ bei Gabriels Terminkalender, dass er lediglich den Dienstag zuhause verbringt. Denn am Mittwochmittag tritt er bereits wieder beim politischen Aschermittwoch in Mainz auf. Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz stehen an. Doch dass Gabriel ganz selbstverständlich verkündet, wegen der kranken Tochter vorerst keine Termine wahrnehmen zu können, spricht für ein sich wandelndes Familienbild. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird wichtiger – auch für Spitzenpolitiker.

Schon kurz nach der Geburt seiner Tochter im April 2012 gab Gabriel in der „Bild am Sonntag“ zu, dass ihn Zweifel plagten, ob er der Doppelbelastung als Vater und Parteichef gerecht werden könne. „Die Schwierigkeiten, einen Spitzenjob mit der Betreuung eines Kindes zu verbinden, sind nicht zu unterschätzen“, sagte er seinerzeit - und posierte für das Foto mit einem rosa Kinderwagen. Schon damals kündigte er an: „Da werden auch mal Termine ausfallen, wenn Marie krank ist und meine Frau arbeiten muss.“

Im Sommer darauf machte er drei Monate „Babypause“. Doch während seiner Elternzeit schien der SPD-Chef jedoch präsenter denn je. Er gab große TV- und Zeitungsinterviews und twitterte mit den Bürgern, mit dem Hinweis: „Mariechen ist abgefüttert“. Zu dieser Zeit galt er als potenzieller Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2013 – so richtig loslassen wollte er da wohl nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%