SPD-Chef will seinen Vertrauten zum Generalsekretär machen
Müntefering plant mit Wasserhövel

Nachdem sich Gerhard Schröder aus der Führungsarbeit zurückzieht, wird Franz Müntefering immer mehr zum Strippenzieher in der SPD. Sein neuester Coup: Er will seinen Bundesgeschäftsführer und langjährigen Vertrauten Kajo Wasserhövel zum neuen Generalsekretär machen. Diese Entscheidung dürfte erneuten Unmut bei den Parteilinken hervorrufen.

HB BERLIN/HAMBURG. Müntefering sagte dem „Spiegel“, er werde den 43-jährigen Wasserhövel beim Parteitag Mitte November in Karlsruhe für das Amt vorschlagen. Zuletzt galt die Parteilinke Andrea Nahles als heiße Kandidatin für das Amt. Viele jüngere Parteimitglieder hatten sich für Nahles stark gemacht. Der Darstellung aus SPD-Kreisen ging es für Müntefering aber darum, in der Parteiführung jemanden zu haben, der eng an ihn gebunden ist. Bei Nahles sei zu befürchten, dass sie als Generalsekretärin zu stark versuche, eigenes Profil zu zeigen, hatte es geheißen. Zuletzt hatten Überlegungen Münteferings, auf eine Neubesetzung des Postens zu verzichten, in der SPD für Unruhe gesorgt.

Dem „Spiegel“ sagte Müntefering über Wasserhövel: „Er hat längst eine wichtige Funktion im Willy-Brandt-Haus und in der Partei. Er kann auch Generalsekretär.“ Der bisherige Amtsinhaber Klaus Uwe Benneter wird auf dem Parteitag nicht wieder antreten. Der konservative Seeheimer Kreis will Münteferings Vorschlag mittragen. Dies kündigte der Sprecher Johannes Kahrs in „Spiegel Online“ an.

Müntefering sagte, er sei weiterhin an einer guten Zusammenarbeit mit Nahles interessiert. „Andrea Nahles ist eine Frau, die künftig weitere wichtige Funktionen in der Partei und im Parlament einnehmen wird. Dabei werde ich sie unterstützen.“

Der SPD-Chef denkt über einen weiteren Umbau der Parteispitze nach. Der Beteiligung an einer großen Koalition „können wir jedenfalls nicht damit begegnen, dass die Mannschaftsaufstellung so bleibt, wie sie ist“. Müntefering sagte zudem, er hoffe in einer großen Koalition „auf eine starke Kanzlerin“. Die Regierung dürfe nicht „halb schwarz, halb rot“ sein. Er wolle eine Regierung aus einem Guss, die nicht in einen SPD-Teil und einen Unionsteil zerfalle. Wenn das nicht gelinge, würden beide Schaden nehmen.

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