SPD-Chefhaushälter: Schwarzer soll komplette Steuerschuld begleichen

SPD-Chefhaushälter
Schwarzer soll komplette Steuerschuld begleichen

Die SPD hält die Empörung der Frauenrechtlerin Schwarzer über die Enthüllung ihres Steuerbetrugs für scheinheilig und fordert, sie solle ihre späte Ehrlichkeit mit einer weiteren Steuernachzahlung unter Beweis stellen.
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BerlinDer Chefhaushälter der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, hat Alice Schwarzer aufgefordert, ihre komplette Steuerschuld nachzuzahlen. „Wenn Frau Schwarzer sagt, dass sie einen Fehler gemacht hat und das von ganzen Herzen bedauert, warum zahlt sie dann nur die Steuern für die letzten zehn Jahre nach und nicht seit Anfang der 1980er Jahre? So wirkt ihr „Bedauern“ weder aufrichtig noch ehrlich“, sagte Kahrs Handelsblatt Online.

Schwarzer hatte sich am Sonntag dazu bekannt, seit den 80er Jahren ein Schweizer Konto gehabt und es erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt angezeigt zu haben. Für die vergangenen zehn Jahre habe sie insgesamt etwa 200.000 Euro an Steuern nachgezahlt - plus Säumniszinsen.

Der Vize-Vorsitzende der SPD, Ralf Stegner, wies in diesem Zusammenhang die Empörung Schwarzers darüber, dass ihre Steuerhinterziehung und das heimliche Schweizer Bankkonto öffentlich geworden sind, als scheinheilig zurück. „Sie hat mit der Selbstanzeige wegen Verjährung finanziell gegenüber ehrlichen Steuerzahlern vermutlich immer noch einen guten Schnitt gemacht“, sagte Stegner Handelsblatt Online. „Dass sie sich jetzt als Opfer stilisiert und sich in eine Reihe mit wirklichen Opfern zu stellen versucht, hat den faden Beigeschmack der Selbstgerechtigkeit von einer selbst ernannten moralischen Instanz, die bei Attacken auf andere selten übertriebener Zimperlichkeit bezichtigt worden ist.“

Vielleicht bedauere Schwarzer ja wie Uli Hoeneß weniger ihre Tat, „sondern vor allem den Umstand, dass der schwarz-gelbe Steuerhinterzieher-Begünstigungsdeal mit der Schweiz am rot-grünen Widerstand gescheitert ist“, sagte Stegner weiter und fügte hinzu: „Mitleid mit Steuerkriminellen - nein danke!“

Die Kritik der SPD kommt nicht von ungefähr. Denn die Chefin des feministischen Magazins „Emma“ hat sich gegenüber dem ehrlichen Steuerzahler tatsächlich einen Vorteil verschafft. Das Schweizer Konto führte sie nach eigenen Angaben seit den 80er Jahren. Dort habe sie ihr versteuertes Einkommen angelegt, ohne für Zinsen und Zinseszinsen die fälligen Steuern zu entrichten. Nachgezahlt hat sie aber nur für zehn Jahre, weil Steuerhinterziehung dann verjährt.

„Bombengeschäft für Schwarzer“, schrieb die „taz“. Ein Kommentar auf Twitter: „45 Jahre Zeigefinger, 30 Jahre Steuern hinterziehen, 20 Jahre steuerfrei, zehn bezahlen. Ich weiß auch nicht, wieso man Schwarzer kritisiert.“

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  • Ich gebe hier dem SPD-Mann recht! (obwohl ich sonst von dem MultiKulti-Quatsch der SPD nichts halte)
    Außerdem möchte ich anmerken, was für eine ungeheuerliche öffentliche Desinformation diese Schwarzer betreibt, wenn sie sich auf das "Recht auf Privatsphäre" berufen will und von "Persönlichkeitsverletzung" spricht.
    Bis jetzt ist noch in keinem öffentlichen Artikel darauf hingewiesen worden, was für ein Mumpitz das ist, darum möchte ich hier auf folgendes hinweisen: nach Presserecht gilt dieses "Recht auf Privatsphäre" eben nur für PRIVATPERSONEN, nicht aber für Leute, die sich wie Schwarzer freiwillig und vorsätzlich in das Licht der Öffentlichkeit begeben haben und sich darin ja fast `suhlen´.
    Eine Ungeheuerlichkeit wie Schwarzer die Öffentlichkeit verarscht!

    Ich bin auch kein Freund von Kachelmann, aber ich kann ihm voll zustimmen, wenn er öffentlich die Frage aufwirft, "woher kommen die Millionen?"
    Zum Teil weiß man es ja: für ihren feministischen "Turm" hat ihr der offensichtlich in diesem Zusammenhang komplett irre gewordene Staat unter der CDU pro Jahr 300.000 Euro nachgeworfen (in Worten: dreihunderttausend Euro pro Jahr!). 300.000 Euro für NIX!
    Bekommen Sie vom Staat auch 300.000 Euro für NIX nachgeschmissen?
    Kachelmann nennt das: „Während CDU-Granden schleimend in den Zwölffingerdarm von #Schwarzer vordrangen, hat @HanneloreKraft mit ihrer Zurückhaltung recht behalten.“
    Vor einiger Zeit machte die SPD-Ministerpräsidentin Frau Kraft nämlich Schluß mit diesem Irrsinn!
    Ich kann mir zugute halten, daß ich dies - keine 300.000 Euro mehr in die Tonne treten! - vor 2 Jahren schon gefordert und Frau Kraft diesbezüglich ein E-Mail-Schreiben zugesandt habe.
    Umlandt Gerhard

  • Alice ist doch gezwungen worden, mit ihrem Geld auszuwandern.

    Das eigentliche Problem ist doch die unverschämt hohe Staatsquote in der BRD: über 50% vom Einkommen müssen an diese Beamtendiktatur abgeführt werden.

    Und jetzt tun die Beamten (siehe viele der Kommentare hier) so, als ob Alice unrecht gehandelt hätte....

    Sie hat das volle Verständnis von den meisten ebenfalls über alle noch vertretbaren Grenzen abgezockten Bürgern, darunter:

    Franz Beckenbauer, Michael Schumacher, Steffi Graf, Sebastian Vettel, die Geissens, Juergen Drews, Helmut Kohl (schwarze Kassen), Angela Merkel (Stasi-Schwarzgeld), Gregor Gysi, Alexander Dobrintd, und viele Andere....

  • "Kachelmann attackiert Erzfeindin "Woher hat Schwarzer diese Millionen? Provision für jede Abtreibung?" ---"

    http://www.focus.de/panorama/welt/provision-fuer-jede-abtreibung-joerg-kachelmann-shitstormt-gegen-alice-schwarzer_id_3588091.html

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