SPD: Clement sorgt wieder für Verdruss

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Clement sorgt wieder für Verdruss

Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement sorgt offenbar weiter für Ärger bei seinen Parteifreunden. Dieses Mal geht es um einen geplanten Auftritt des SPDlers. Auch Parteichef Beck soll wenig amüsiert sein.

HB BERLIN. Die SPD füchtet einen neuen Lobby-Auftritt Wolfgang Clement. Anlass ist seine geplante Hauptrede bei der Wintertagung des Deutschen Atomforums in Berlin am kommenden Donnerstag, wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete. In der SPD werde befürchtet, Clement könne wenige Tage vor der Hamburg-Wahl gegen den Anti-Atomkraft-Kurs seiner Partei polemisieren. Clement sitzt im Aufsichtsrat des Stromkonzerns RWE Power.

Clement war bereits in der vergangenen Woche innerparteilich scharf angegriffen worden, nachdem er Kritik am Energiekurs der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti geäußert hatte. Parteichef Kurt Beck hatte jedoch Forderungen nach einem Parteiausschluss nicht aufgenommen. Clement war vorgehalten worden, den Wahlkämpfern in Hessen und Niedersachsen in den Rücken zu fallen.

Im SPD-Präsidium machte Beck laut „Spiegel“ am vorigen Montag deutlich, dass er auch persönlich von Clements wiederholten Attacken enttäuscht ist. Beck soll Clement während des Hessen-Wahlkampfs in einem längeren Telefonat gebeten haben, sich mit seiner Kritik an der SPD zurückzuhalten, offensichtlich ohne Erfolg. „Wenn ich ihn heute anrufen würde, könnte ich mich nicht mehr beherrschen. Deshalb lasse ich es lieber“, sagte Beck laut „Spiegel“.

Von den Bochumer Genossen habe Clement indessen einen Beschwerdebrief bekommen. Ihm fehle offensichtlich der „Zugang zu den Anliegen der kleinen Leute, zu ihren Gedanken und Lebenslagen“, schrieb Rudolf Malzahn, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bochum-Hamme. Der frühere NRW-Ministerpräsident lasse sich an der Parteibasis nicht blicken. Da Clement nicht bereit sei, seine Argumente innerhalb der SPD vorzutragen, empfahl ihm der Ortsvereinschef, sich künftig eine von den neoliberalen Parteien als neue politische Heimat auszusuchen“.

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