SPD-Debatte
Auch Scherf geht auf Distanz zu Schröder

Die Erosion des Rückhalts ist schleichend, aber sie wird stärker: Nach dem Berliner Regierenden SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit geht auch dessen Bremer SPD-Kollege Henning Scherf auf Distanz zu Gerhard Schröder. Ex-Parteichef Björn Engholm fordert gleich den doppelten Verzicht - von Schröder und Merkel.

HB BERLIN. Scherf forderte die SPD am Donnerstag auf, ohne Vorfestlegung auf Gerhard Schröder als Regierungschef mit der Union zu verhandeln. "Ich habe den Eindruck, der kommt einfach nicht schnell genug runter von diesem großen Wahlkampf und auch von dem relativ großen Erfolg", meinte der SPD-Politiker über Schröder. Man müsse sich erst in den Sachfragen zusammenraufen. "Und wenn man sich in der Sache verständigt hat, dann ergeben sich daraus die Personalprobleme - und nicht umgekehrt", sagte Scherf, der in Bremen mit der CDU koaliert.

Vor Scherf hatte bereits der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen Verzicht Schröders angedeutet. Offiziell wurde dies in der Partei als abwegige Einzelmeinung abgetan. Wie immer wortgewaltig, hatte etwa SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler erklärt: "Wowereit plaudert viel, wenn der Tag lang ist. Er hat schon im Wahlkampf gestört. Er soll lieber den Mund halten."

Der frühere SPD-Bundesvorsitzende und schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm plädierte für einen Verzicht sowohl von Schröder als auch von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel. "Wir brauchen eine große Koalition mit neuen Leuten", sagte Engholm. Um ein solches Bündnis formieren zu können, wäre es das Beste, "beide großen Kandidaten treten staatsmännisch ab. Auch einen Wechsel der beiden nach der Hälfte der bevorstehenden Legislaturperiode, wie es der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler vorgeschlagen habe, "bekommt man nicht hin", so Engholm. Als Ersatzkandidaten schlug der Ex-Ministerpräsident Peter Müller auf Seiten der Union und Peer Steinbrück für die SPD vor.

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