SPD
Der Glaube an Kurt Beck ist weg

Angesichts immer schlechterer Umfragewerte für die SPD fürchten Partei-Mitglieder Kurt Beck könnte den Brocken entnervt hinschmeißen und sich auf seinen Mainzer Ministerpräsidentensessel zurückziehen. Die Vize stützen ihren Parteichef zwar, derzeit will sich aber keiner von ihnen öffentlich zur Personalie Beck äußern. Inoffiziell gilt der Pfälzer aber bereits nicht mehr als Kanzlerkandidat.

BERLIN. Für Kurt Beck ist das Berliner Pflaster schon glitschig, bevor am Mittag der Nieselregen einsetzt. Unzufrieden sei er damit, dass die Union den Mindestlohnplänen von SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz nicht zugestimmt habe, sagt der SPD-Parteichef in die Mikrofone - und steht einmal mehr völlig allein im politischen Raum. Denn Scholz, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Generalsekretär Hubertus Heil haben da bereits begonnen, das "grüne Licht für Mindestlöhne" in höchsten Tönen zu loben.

SPD-Vize Steinbrück muss deshalb das Bild vom einsamen Pfälzer erneut behutsam retouchieren: Beck habe seine Äußerung "inhaltlich" gemeint. Natürlich seien alle in der SPD der Meinung, dass man längst weiter sein könnte. Auf dem "Verfahrenswege" sei es aber ein gewaltiger Fortschritt, dass man nun mit der Union daran arbeite, das Mindestlohnprojekt voranzutreiben.

Steinbrücks Auftritt ist typisch. Angesichts der überall einsetzenden Beck-Kritik hat er sich mit den beiden anderen SPD-Vize Andrea Nahles und Frank-Walter Steinmeier verabredet, den Parteichef eisern zu stützen. Die innerparteiliche und mediale "Beck muss weg"-Debatte müsse erstickt werden, heißt es auch in der SPD-Fraktion. Deshalb will sich offen niemand zu Personalien äußern. Auch prominente SPD-Linke wie Niels Annen lehnen jede Interview-Anfrage zum SPD-Tief oder zu Beck derzeit eisern ab. Doch die Debatte zu stoppen fällt sichtlich schwer. Denn die schwelende Unzufriedenheit mit dem Parteichef sei angesichts immer weiter absackender Umfragewerte inzwischen der Angst gewichen, heißt es.

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