0 Bewertungen
26.12.2007 

In der SPD setzt man aber auch deshalb so stark auf das Thema Mindestlohn, weil die Union hierbei gespalten wirkt. Zum einen kritisiert der CDU-Wirtschaftsflügel, dass die Bundesregierung einen viel zu hohen Postmindestlohn durchgewunken habe. Zum anderen haben aber Mittelstands-Politiker der Union nun angeregt, als „kleineres Übel“ doch einen gesetzlich festgelegten, aber niedrigen Mindestlohn ins Gespräch gebracht. Dies lehnen sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Wirtschaftsminister Glos jedoch kategorisch ab.

Allerdings ist ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn auch in der SPD umstritten. Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Hubertus Schmoldt, warnte vor Eingriffen in die Tarifautonomie. „Wer einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn fordert, macht die Tarifautonomie kaputt“, sagte der Chef der Industriegewerkschaft, die ihren Hauptsitz in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover hat.

Wie sehr sich die Debatte derzeit verändert, zeigen auch Äußerungen des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, der nun eine automatisch jobgefährdende Wirkung von Mindestlöhnen bezweifelte. „Die entscheidende Frage wird sicher die Höhe sein. Wenn Mindestlöhne angemessen sind, und das sollten die Tarifpartner aushandeln, dann werden sie keine Arbeitsplätze vernichten“, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar