SPD fordert Aufklärung von Merkel - Meyer weist neue Vorwürfe zurück
Für Meyer wird die Luft immer dünner

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hat offenbar nur die halbe Wahrheit über seine umstrittenen Gehaltszahlungen vom Energiekonzern RWE gesagt. Am Wochenende sind weitere Vorwürfe laut geworden. Und so soll Parteichefin Angela Merkel ihren obersten Parteimanager bereits politisch entmachtet haben - was sie allerdings bestreitet. Der Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen CDU, Jürgen Rüttgers, forderte nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ von der Bundespartei ein hartes Durchgreifen gegen Meyer.

HB BERLIN. Merkel lies am Sonntag einen Bericht der „Bild am Sonntag“ zurückweisen, wonach sie von Meyer abgerückt sei und ihn ins Abseits gestellt habe. „Laurenz Meyer ist im Amt“, sagte eine Sprecherin der CDU-Chefin in Berlin. Anders lautende Darstellungen seien „Unsinn“. Zur Zukunft ihres Generalsekretärs äußerte sich Merkel über ihre Sprecherin aber nicht ausdrücklich.

Merkel habe Meyer bei einem Gespräch am Donnerstag „unter Aufsicht“ von Fraktionsvize Roland Pofalla (CDU) gestellt, hieß es in dem Blatt. Bei einem Treffen der CDU-Spitze am Donnerstag im Hinterzimmer eines Berliner Restaurants sei ihm Pofalla als Aufpasser vor die Nase gesetzt worden. Damit sollten unbedachte öffentliche Äußerungen Meyers verhindert werden. Falls Meyer nicht zu halten sei, stehe Pofalla als Nachfolger bereit, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die CDU-Spitze. Dazu sagte die Sprecherin: „Es gibt keinen Aufpasser in der CDU.“ Pofalla war am Sonntag zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Wie die „Frankfurter Rundschau“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichten, wird in der Partei ein Rücktritt Meyers nicht mehr ausgeschlossen. Mehrere Mitglieder der CDU-Führungsgremien sagten laut „SZ“, Meyer sei nicht mehr zu halten. CDU-Chefin Angela Merkel sei sehr verärgert über Meyers Krisenmanagement, hätten CDU-Spitzenpolitiker bestätigt.

Nach Recherchen des „Spiegel“ erhielt Meyer zudem zwischen Juni 2000 und April 2001 zusätzlich zu seinen Einkünften als Politiker weit mehr Geld von seinem langjährigen Arbeitgeber RWE als er bisher zugegeben hat. Meyer hatte die Weiterzahlung seines Gehalts zu seiner Zeit als Generalsekretär damit gerechtfertigt, dass er noch für fünf Monate Tätigkeiten für seinen alten Arbeitgeber geleistet habe.

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