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28.02.2008 
Entlassungswelle bei Konzernen

SPD fordert Konsequenzen aus Massenentlassungen

Siemens, Henkel, BMW – in den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über Entlassungen bei deutschen Konzernen. Selbst Rekordgewinne, so scheint es, sind keine Jobgarantie mehr. Während Konjunkturexperten Verständnis für die Maßnahmen der Unternehmen zeigen, fordert die SPD Konsequenzen für das Management.

 Seit Jahresbeginn häufen sich die Ankündigungen von Stellenstreichungen. Foto: dpaLupe

Seit Jahresbeginn häufen sich die Ankündigungen von Stellenstreichungen. Foto: dpa

HB BERLIN. BMW (7500 Stellen in Deutschland), Henkel (600), Siemens (2000), WestLB (1500) Continental (2000), Airbus (3000) und Nokia (2300). Über dem deutschen Arbeitsmarkt scheinen sich derzeit dunkel Wolken zusammenzuballen: Seit Jahresbeginn häufen sich die Ankündigungen von Stellenstreichungen.

Die SPD fordert angesichts der Massenentalssungen Änderungen im Aktienrecht und bei der Manager-Bezahlung. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, sagte im ZDF-Morgenmagazin: „Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen eine Rendite von 20 Prozent macht und gleichzeitig in großem Umfang Arbeitsplätze abbaut.“ Das werde eine Gesellschaft nicht hinnehmen können.

Der „Berliner Zeitung“ sagte Wend: „Wir sollten die Bezahlung von Managern mit Aktienoptionen begrenzen.“ Zudem müsse überlegt werden, die Spekulationsfrist für Aktien zu verlängern und das Stimmrecht für Aktionäre an die Haltefrist zu knüpfen. „Wir müssen Anreize setzen, um kurzfristige Spekulationen zu reduzieren„, sagte Wend. Es sei problematisch, dass Unternehmen immer mehr dazu übergingen, sich nur an der nächsten Aktionärsversammlung zu orientieren, statt sich mittel- und langfristig aufzustellen. Wend räumte aber auch ein, es sei gleichwohl schwierig für die Politik, ein Instrument zu finden, um die Unternehmen auch mit den sozialen Folgekosten zu belasten.

Der Vize-Vorsitzende der Unions-Fraktion, Michael Meister (CDU), sagte der Zeitung, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Unternehmen einerseits über Fachkräftemangel klagten, andererseits aber Mitarbeiter entließen. „Langfristiges Denken wäre es, wenn die Mitarbeiter entsprechend qualifiziert werden“, sagte Meister. Die Unternehmen müssten ihre Kommunikationsstrategie überdenken. „Es ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig Gewinne und Entlassungen verkündet werden“, sagte Meister.

Konjunkturexperten sehen allerdings keinen Grund zur Panik. Ökonom Klaus Zimmermann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erklärte im ZDF, dies sei der globale Trend. „In diesem Prozess gibt es immer Entlassungen, aber immer auch Neueinstellungen, und wir hoffen, dass eben noch lange die Neueinstellungen überwiegen, aber das wird in ein, zwei Jahren spätestens zu Ende sein“, fügte der Wirtschaftsforscher hinzu.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht weiter von sinkenden Arbeitslosenzahlen aus. „Wir gehen unverändert davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt um 300 000 auf 3,4 Millionen sinken wird“, sagte IW-Direktor Michael Hüther laut „Bild“-Zeitung. Gerade im Mittelstand meldeten fast alle Unternehmen Beschäftigungsaufbau und berichteten von Schwierigkeiten, genügend Fachkräfte zu finden.

Die Rekordgewinne von BMW und Henkel sprechen nach Einschätzung des Konjunkturexperten nicht gegen die Notwendigkeit eines Stellenabbau. Hüther sagte, der Personalabbau bei Dax-Konzernen sei erforderlich, weil der starke Euro deutsche Produkte auf dem Weltmarkt immer teurer mache. „Deshalb stehen exportabhängige Firmen wie BMW oder Henkel unter Kostendruck. Sie müssen jetzt sparen, um nicht später sanieren zu müssen“, wird Hüther zitiert.

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