SPD
Geburtstagsgeschenk für „Hubi“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus „Hubi“ Heil wird heute 33. Das wohl wichtigste Geschenke wurde ihm bereits am Vorabend gemacht: Auf Wunsch seines Freundes und neuen Parteichefs Matthias Platzeck soll er Generalsekretär der Partei werden.

BERLIN. Vor fast genau zwei Jahren äußerte sich ein sehr junger Bundestagsabgeordneter im Handelsblatt zum Zustand der SPD so: „Ihre Bedeutung als Volkspartei ist bedroht, und wir dürfen den Laden nicht nur den 60-Jährigen überlassen.“ Prophetische Gabe? Und das bei einem Youngster Jahrgang 1972?

Hubertus Heil hat das, was in den letzten Tagen über die SPD hereinbrach, zwar nicht vorhersehen können, weder das rapide Tief der Partei noch den jetzt im Eilverfahren angestrengten Generationswechsel. Aber er, der als Generalsekretär nun selbst an zentraler Stelle mitten in die Häutung der Partei gerät, hat deren Verjüngung und Öffnung seit Jahren betrieben.

Der Niedersachse, der mit 16 Jahren den Jusos beitrat und dem Bundestag schon seit 1998 angehört, ist eine treibende Kraft des SPD-„Netzwerks“, eines Zusammenschlusses von 40 jüngeren SPD-Bundestagsabgeordneten. Die verstehen sich als Anwälte der Generation, die die nächsten Jahrzehnte schultern muss, schrecken vor entschiedenen Sozialstaats-Reformen nicht zurück.

Hubertus „Hubi“ Heil wird jetzt gerade durch seine Rolle als Netzwerker nach ganz oben katapultiert. Denn die Gruppe spielte beim Rückzug von Franz Müntefering eine Schlüsselrolle. Argwohn gegenüber dem teils als autoritär empfundenen Führungsstil und der nicht erfüllte Wunsch nach einer Grundsatzdiskussion brachten sie gegen Münteferings Kandidaten Kajo Wasserhövel in Front. Dem Kanzler-Vertrauten Matthias Platzeck trauen die Netzwerker, die im Grundsatz Gerhard Schröders Reformpolitik gutheißen, mehr Offenheit zu.

Die spezielle Affinität Platzecks zu dem gebürtigen Hildesheimer Heil dürfte auf dessen Zeit in Brandenburg zurückgehen. Dort war Heil (persönliches Motto: „Möglichst sagen, was man tut, und tun, was man sagt!“) 1994 bis 1998 Mitarbeiter im Landtag und beim SPD-Landesverband Brandenburg. Schon 1998 kandidierte Heil selbst für den Bundestag und zog für den Wahlkreis Gifhorn/Peine direkt ins Parlament. Im Wirtschafts- und Technologie-Ausschuss wurde Wettbewerbs- und Industriepolitik seine Domäne.

Die Kontakte zwischen Platzeck und Heil rissen nicht ab. Der Hobbykoch konnte den brandenburgischen Ministerpräsidenten sogar für den eigenen Wahlkampf einplanen, so in der heißen Phase vor der letzten Bundestagswahl zum großen Sommerfest am Seilbahnberg in Lengede. Heil schaffte den Wiedereinzug mit 51,1 Prozent.

Platzeck ist neben dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach auch einer der Autoren des Buchs „Soziales Deutschland – Für eine neue Gerechtigkeitspolitik“, das im Dezember erscheint. Herausgeber: Hubertus Heil. Der kann sich wirklich beglückwünschen: zu seinem Draht zum neuen Parteichef, zum neuen Amt und übrigens auch zu seinem eigenen Geburtstag am heutigen Donnerstag. Da wird er schon 33.

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