SPD hält an Lehrstellenabgabe fest
Wirtschaft bietet „Pakt für Ausbildung“ an

Im Streit um die Ausbildungsplatzabgabe geht die Wirtschaft auf die Koalitionsfraktionen zu: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat als Alternative einen „Pakt für Ausbildung“ vorgeschlagen.

HB BERLIN. Nach dem Vorbild des Ausbildungskonsenses in Nordrhein-Westfalen sollten sich Länder, Sozialpartner, Kommunen und die Agenturen für Arbeit verpflichten, auf Länderebene für ein ausreichendes Lehrstellenangebot zu sorgen, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun nach einem Treffen von Spitzenvertretern der Wirtschaft mit SPD-Partei- und Fraktionschef Franz Müntefering. Im Gegenzug müsse aber der Gesetzentwurf für die Abgabe „drei Jahre in der Schublade bleiben“.

Die SPD bewertete den DIHK- Vorschlag zwar positiv, als praktikable Alternative für das Gesetz reiche er aber nicht aus, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion, Klaus Brandner, der ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hatte. Auch Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sagte, sie sei „offen für eine andere Lösung“. Der Städtetag zeigte sich nach einem seperaten Gespräch der Kommunen mit Müntefering bereit, in einer „konzertierten Aktion“ dazu beizutragen, die Ausbildungsplatzabgabe zu vermeiden.

Müntefering selbst äußerte sich nicht. Die Vertreter der Wirtschaft gaben sich dennoch zuversichtlich. Das Gespräch sei keinesfalls eine „Feigenblatt“-Aktion gewesen, lobte Braun: „Einsicht ist eindeutig vorhanden“. Bisher hat der SPD-Fraktionschef strikt daran festgehalten, dass das „Berufsausbildungssicherungsgesetz auf jeden Fall vor dem Sommer verabschiedet werden soll. Es sieht eine Abgabe vor, wenn es im Herbst nicht mindestens 15 % mehr offene Lehrstellen gibt als unversorgte Bewerber. Zahlen müssten Betriebe ab elf Mitarbeitern, wenn der Anteil der Lehrlinge an der Belegschaft kleiner als 7 % ist.

Konkret sieht der Sieben- Punkte-Plan des DIHK eine besserer Koordinierung von Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt durch die Kammern vor. Im Herbst vergangenen Jahres gingen 35 000 Jugendliche leer aus, während gleichzeitig 15 000 Plätze nicht besetzt werden konnten. Ein „Azubi-Bafög“ der Bundesagentur (BA) für Arbeit solle mehr Jugendlichen ermöglichen, Lehrstellen fern der Heimat anzutreten. Die finanzielle Förderung soll offenbar höher ausfallen als die existierende Berufsausbildungsbeihilfe der BA. Damit sei es auch „machbar“, das besonders große Lehrstellenproblem in Ostdeutschland zu lösen, sagte Braun. Die Sonderprogramme des Staates für den Osten müssten jedoch fortgeführt werden.

Seite 1:

Wirtschaft bietet „Pakt für Ausbildung“ an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%