SPD im bayerischen Landtag
Verbal-Angriff auf CSU wird ein Hit im Netz

Eine Wut-Rede wird viral: Die SPD-Politikerin Natascha Kohnen schimpft im Landtag über das „populistischen Rausgeplärre“ der CSU in der Flüchtlingskrise. Lob gibt es vor allem für den Aufruf am Schluss der Rede.

DüsseldorfEin Zwischenruf nur, knapp dreieinhalb Minuten lang: Selten bekommen Wortmeldungen im bayrischen Landtag hohe Aufmerksamkeit. Doch die Wut-Rede zur Flüchtlingspolitik der CSU von Natascha Kohnen, energiepolitische Sprecherin der bayrischen SPD-Fraktion, wurde bei Facebook mehr als 500.000 Mal aufgerufen.

Dabei hat Kohnen bei ihrem Auftritt vor zwei Wochen gar keine richtige Rede gehalten: Vielmehr holte sie zu einem Rundumschlag gegen die CSU aus. „Seit drei Monaten gehen sie dem ganzen Land mit ihrem populistischen Rausgeplärre auf die Nerven“, schleuderte Kohnen den CSU-Abgeordneten entgegen. „Sie sind und bleiben unser Koalitionspartner in Berlin. Jetzt arbeiten Sie mit uns zusammen und blockieren nicht alles.“

Auch verwahrte sich Kohnen gegen Aussagen, Flüchtlinge sollten in ihrem eigenen Land kämpfen. „Keiner von uns war im Krieg. Ich finde es anmaßend den Flüchtlingen zu sagen, was sie zu tun haben und was nicht.“

Ihrer Wählerschaft sprach Kohnen damit offenbar aus der Seele: Alle „Achtung für diese Rede!“, schrieb ein Nutzer bei Facebook. „Damit ist nicht nur inhaltlich das gesagt, was endlich einmal gesagt werden musste, sie ist auch Ausdruck einer ernsthaften parlamentarischen Streitkultur, die mir in den letzten Jahren zu oft fehlt.“ Ein Anderer lobte: „Ich bin beeindruckt von ihrer Rede im Bayrischen Landtag. Endlich mal jemand der kämpferisch und sachlich die Fakten benennt.“

Kohnen verpasste es auch nicht, am Ende ihrer kurzen Wut-Rede der CSU noch einen Ratschlag mit auf den Weg zu geben: „Weniger Populismus und mehr Humanität – das ist das, was Sie brauchen!“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%