SPD im Stimmungshoch: Jetzt ist Schulz

SPD im Stimmungshoch
Jetzt ist Schulz

Die Umfragen für die SPD gehen deutlich nach oben. Die Genossen schwärmen vom designierten Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Die Parteistrategen grübeln indes, wie sich der Schulz-Effekt verlängern lässt.
  • 25

BerlinEin Papp-Martin ist in der SPD-Parteizentrale derzeit ein beliebter Pilgerort. Die fast lebensgroße Figur des neuen Kanzlerkandidaten stand zur Antrittsrede von Martin Schulz am vergangenen Sonntag vor einer Leinwand. So konnte jeder Genosse und Fan sich danebenstellen und ein „persönliches“ Foto mit „dem Martin“ schießen. Jetzt residiert die Figur in der „Kampa17“, der gerade eröffneten Wahlkampfzentrale im Willy-Brandt-Haus. Immer wieder kommen Mitarbeiter und posieren mit dem designierten SPD-Kanzlerkandidaten und Parteichef in spe.

Die Stimmung ist außerordentlich gut im Berliner Willy-Brandt-Haus. Zum Wochenbeginn tingelte Schulz durch das ganze Haus, um sich persönlich vorzustellen. Auch seine jüngsten Interviewaussagen dürfte von den Mitarbeitern aufmerksam registriert werden: „Ich bin ein ausgesprochener Teamspieler. Ich verstehe mich als Erster unter Gleichen“, gab er bei den Zeitungen der Funke Mediengruppe zu Protokoll. „Basta“ gehöre nicht zu seinem Stil. Da kennen die Parteisoldaten der Sozialdemokratie ja ganz andere Chefs.

Auch die Umfragen sorgen unter den Genossen natürlich für gute Laune. Direkt nach der Entscheidung für Schulz als Kanzlerkandidat kam der aktuelle Insa-Meinungstrend mit 26 Prozent. Das war das beste Ergebnis für die SPD seit zweieinhalb Jahren und ein Plus von fünf Prozentpunkten. Sofort war vom „Schulz-Effekt“ die Rede.

Nun sieht auch die jüngste Forsa-Umfrage vom Mittwoch die SPD bei 26 Prozent. Die Partei erreicht damit den höchsten Wert seit der Bundestagswahl 2013 – ebenfalls mit einem Plus von fünf Punkten.

Die Parteistrategen wollen diese Stimmung nun gerne konservieren – und setzen dabei auch auf das Internet. Unter #jetztistschulz macht die SPD im Internet für Schulz mobil – ein Slogan, der schon bei der Europawahl 2014 zum Einsatz kam. Es kursiert auch wahlweise #zeitfuermartin oder #martinkannkanzler. Auch die Wahlkampfplattform „kampa17.de“ ist schon scharfgeschaltet.

Seite 1:

Jetzt ist Schulz

Seite 2:

Straight outta Würselen

Kommentare zu " SPD im Stimmungshoch: Jetzt ist Schulz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zwei altbewährte Sprichwörter passen zu Schulz wie eine Faust aufs Auge: "Den Bock zum Gärtner machen" und "Den Henker freiwillig ins Haus bestellen." Schulz wird mit großer Klappe und absolut gefühlsfrei Deutschland abwickeln, sobald er und seine Europa-Schergen freie Hand bekommen.

  • Schulz ein Versager auf ganzer Linie. Was hat er denn dafür getan, daß Konzerne wie z.B. Apple, Amazon, Starbucks oder Google Steuern in Europa zahlen? Nämlich nichts. Und das als Präsident des Europäischen Parlaments. Dieser Mann ist nichts anderes als ein Sprücheklopfer und Schaumschläger.

  • Herr Schulz wurde von Herrn Berlusconi höchstselbst politisch geadelt.
    Seinen Arbeitgeber die EU aber fluchtartig zu verlassen hat doch einen gewissen Geschmack der Treulosigkeit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%