SPD im Wahlkampf
Chaos in den eigenen Reihen

Wegen seiner Ad-hoc-Ausrufung zum Kanzlerkandidaten hat Steinbrück noch keinen eigenen Wahlkampfstab. Im Gegenteil: Hinter den Kulissen wird hektisch und unstrukturiert gearbeitet. Es mangelt an Strategie und Konzept.
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BerlinWenn Peer Steinbrück morgen an das Rednerpult des Bundestages tritt, um erstmals als designierter SPD-Kanzlerkandidat auf die Regierungserklärung der Kanzlerin zu antworten, dann hat in diesem Moment ein Notfallteam seinen Arbeitseinsatz beendet. Denn durch seine Ad-hoc-Ausrufung hat Steinbrück noch keinen eigenen Wahlkampfstab formieren können. Für das Redemanuskript mussten darum gleich mehrere Gewährsleute anpacken: Heiko Geue, noch Finanzstaatssekretär in Sachsen-Anhalt und bislang der Einzige, der bestätigt hat, für Steinbrück in die Parteizentrale zu wechseln und Rainer Stollhoff, eigentlich Bankenprüfer der Bundesbank in München und derzeit für die Mitarbeit in der SPD-Fraktion beurlaubt. Sogar mehrere Mitarbeiter aus dem Willy-Brandt-Haus lieferten Steinbrück zu.

Strategisches Vorgehen sieht anders aus. Die Sturzgeburt des SPD-Kanzlerkandidaten verhinderte seriöse Vorarbeiten. Und sie verschärft das strukturelle Dilemma, in das sich die Partei für den Wahlkampf ohnehin schon laviert hat: Es gibt kein Konzept aus einem Guss. Offizielle Berater werkeln neben inoffiziellen Ratgebern, ein "Team Steinbrück" rückt neben die Mannschaft von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die formal den Wahlkampf im Willy-Brandt-Haus leitet. Parteichef Sigmar Gabriel beansprucht das letzte Wort für die Kampagne 2013 und Kanzlerkandidat Steinbrück forderte als erste Amtshandlung "Beinfreiheit". Zu allem Überfluss sind mittlerweile zwei Werbeagenturen für den Bundestagswahlkampf engagiert: Neben Super J+K mischt nun auch Aimaq von Lobenstein mit. Die Energie könne somit mehr in Abstimmungsprozesse fließen als in die Mobilisierung der Wählerschaft, werden bereits Befürchtungen in der Parteizentrale laut. Die Durchschlagskraft werde dann fehlen.

In Steinbrücks Umfeld richtet sich die Hoffnung derzeit auf die Person von Michael Donnermeyer. Er könnte als Pressesprecher des Kanzlerkandidaten bald etwas mehr Ordnung in die Abläufe bringen. Noch schweigt der SPD-Stratege, der 1998 für den späteren Kanzler Gerhard Schröder die Wahlkampagne Kampa organisierte. Aber sein derzeitiger Posten als Geschäftsführer des Lobbyvereins IZ Klima bietet kaum noch Herausforderungen, seit die CO2-Speicherung hierzulande keine Zukunft mehr hat.

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Kommentare zu " SPD im Wahlkampf: Chaos in den eigenen Reihen"

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  • Niemand braucht den Steinbrück, ausser die Banken

  • Weg mit Agenda 2010, sofort. dafür wieder echte Hilfe für Arbeitslose. Keine Diskriminierung für deutsche Arbeitslose mehr und Verbot von Kinderarbeit, wie bei Hart IV unbedingt gefordert. Hoch mit der Rente für lebende Deutsche und sofortige Senkung der Politikereinkommen und Haftpflicht für deren Handeln zu Lasten Deutschland. Die SPD muß wieder für Kinder sein und nicht auf Verbot de NPD, die sich um Kinder kümmert, hoffen. Man bekämpft politische Gegner politisch und nicht mit Aussagen wie: Wir sind zu dumm zu regieren, sondern wollen nur noch Koalitionen, damit wir unsere Einkommen sichern können!

  • Wie kann man einen Herrn Steinbrück zum Kanzlerkandidaten ausrufen, hat er doch sein Amt i.S. WestLB sträflich vernachlässigt, genauer als zuständiger Minister nie wahrgenommen. Der Schaden im WestLB-Desaster soll die Steuerbürger in NRW geschätzte 18 Mrd. Euro betragen. Bis die dort wieder drin sind, muss NRW noch viele Steuer-CD ankaufen.

    Da klingt es sonderbar, wenn Steinbrück dafür die Kavallerie in Schweiz schicken will.

    Das ist doch alles unausgegoren. Solche Typen braucht das Land nun wirklich nicht.

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