SPD-Kandidat Albig

„Starke Piraten gefährden Rot-Grün“

Am 6. Mai wird im nördlichsten Bundesland ein neue Landtag gewählt. Im Interview sagt der Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen SPD, Albig, wie er das Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU für sich entscheiden will.
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Kiels Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig. Quelle: dpa

Kiels Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig.

(Foto: dpa)

Herr Albig, im Grunde genommen sind Sie ja schon der Gewinner der Wahl in Schleswig-Holstein, weil Sie in jedem Fall in der Regierung sind – entweder mit der CDU zusammen oder in einem Dreierbündnis mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW). Wie fühlt man sich angesichts dieser Aussichten?

Torsten Albig: Wenn das für die Beschreibung Gewinner reichen würde, hätten Sie recht. Es würde aber mein Gewinner-Gen nicht befriedigen, wenn ich mit der CDU in der Regierung sein müsste. Aber es stimmt:  ohne die SPD wird es keine Regierung geben. Gewonnen haben wir aber erst dann, wenn wir eine Regierung anführen und wenn uns das mit den Grünen gemeinsam gelingt.

Die Bildung einer rot-grünen Koalition wird allerdings nicht einfach werden. Das liegt an der Stärke der Piratenpartei, die laut Umfragen sicher im Kieler Landtag sein wird. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Das sehe ich mit großer Sorge. Wenn die Piraten zweistellig in den Landtag einziehen sollten, dann gefährdet das Rot-Grün. Die rot-grüne Aufgabe muss jetzt in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl sein, offensiv für einen Politikwechsel zu werben. Rot-Grün bekommen die Bürger nur, wenn sie nicht Piraten wählen. Wer es allerdings für einen Moment schick findet, orange zu wählen, der nimmt in Kauf, dass Schleswig-Holstein dann fünf Jahre von einer großen Koalition regiert wird.

Ist der Erfolg der Piraten aus Ihrer Sicht nur ein Hype oder müssen wir uns darauf einstellen, dass sich die Parteienlandschaft in Deutschland tatsächlich in einem Umbruch befindet, bei dem möglicherweise die FDP kaum noch eine Rolle spielt?

Es gibt keinen Piraten-Hype. Dass die Piraten so stark sind, entspringt eher einem Lebensgefühl, einer spontanen Stimmung. Das hat ja nichts mit Veränderungswillen zu tun. Die Piraten wollen ja gar nicht regieren. Sie sind aus dem Nichts aufgetaucht und nehmen die für sie günstige Stimmung auf, ohne genau zu wissen, was sie mit dem Zuspruch anfangen sollen.

Was lernen wir daraus?

Wir lernen, dass das Parteiensystem in Deutschland viel volatiler wird und dass mediale Einflüsse eine viel stärkere Rolle spielen, als wir uns das bisher vorstellen konnten. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Piraten in Schleswig-Holstein ihre Umfragewerte in kürzester Zeit verdoppeln konnten.

"Wir sind nicht immer nur die Retter der Welt"
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17 Kommentare zu "SPD-Kandidat Albig: „Starke Piraten gefährden Rot-Grün“"

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  • ROT GRÜN weg…

    Es währe ein Geschenk Gottes für die Deutschen.

    Hart aber Herzlich!

    Lieber Gott befreie uns auch vom restlichen Politgelumpe.

    Herzlichen Dank!

  • @margrit117888
    Zitat: "1.) sind die Piraten auch nur wieder eine linke Partei und 2.) haben sie von nichts Ahnung"
    Das mit dem links mag einigermassen hinkommen weil sie überwiegend als Bürgerkinder im Wohlstand aufgewachsen sind, aber das mit von nichts Ahnung ist absoluter Blödsinn!
    Sie sind die einzige Partei mit echter Kommunikationskompetenz im Internet. Die Etablierten versuchen derzeit mehr oder weniger panisch hier nachzubessern, was aber an ihrer weitgehenden Inkompetenz zum thema bisher noch nichts entscheidendes ändern konnte. Die Ignoranz ist ja in weiten Teilen unserer Gesellschaft tief verwurzelt, auch jenseits aller Politik, also Leute die "das Internet" höchstens für ein besseres Marketinginstrument halten, ansonsten voller "Schund" und Schlimmeren, halt da wo sich die Kulturzerstörer millionenfach kostenlos bedienen.
    Die Realität ist aber dann doch eine Andere, weil viel komplexer und vielschichtiger und ausser den Piraten kann das derzeit niemand glaubwürdig vertreten.

  • AS1
    einen kompletten polit. Wechsel bekommen wir aber durch und mit den Piraten nicht.
    1.) sind die Piraten auch nur wieder eine linke Partei und 2.) haben sie von nichts Ahnung
    Wir bekämen ein Umdenken in der Politik hin, wenn wie so was wie eine Le Pen in Deutschland bekämen als Gegengewicht zu den ganzen linken Parteien
    Unsere etablierten Parteien sind 1.) alle nur noch sozialistische Blockparteien und 2.) zu satt und zufrieden.
    Herbert von Arim schrieb schon vor einigen Jahren sein Buch "Fetter Bauch regiert nicht gerne"
    Usere derzeitigen Politiker sind nur an ihrem Wohlergehen interessiert und bedienen sich an den Futtertrögen, die der Steurzahler füllt. Und genau das ist verkehrt wie sich mehr und mehr zeigt.
    Diese Versorgung bis sich der Sargdeckel schließt, muß edlich weg
    Das beste Beispiel ist doch Steinbrück und er ist ja nicht alleine. Der vedient sich dumm und ämlich, aber seine fette Pension müsse wir zahlen

  • die Nötigung der Wähler, Drohung mit einem empfindlichen Übel, dankend zur Kenntniss genommen.
    So blöd kann eine Politiker doch gar nicht sein ! oder doch ?

  • Gestern Nazi, heute Linkspartei...

    Die PC Presse wirft eine Nebelkerze nach der anderen.

    Werden Sie doch Mitglied und informieren Sie sich selbst, macht 27 Euro für den Rest des Jahres. Alles bequem vom PC Zuhause aus.

    Die Piraten sind weder links noch rechts und Männer werden dort auch nicht diskriminiert. Politik für die Bürgerinnen und Bürger des Landes sonst nichts.

  • Kommissar

    Nun, was passiert denn in ihrer Firma wenn sich jemand "stehts bemüht" ?

  • @Kommissar

    Er will uns vermutlich damit sagen, was inzwischen viele Bürger denken, dass wir einen kompletten politischen Wechsel brauchen, der ein grundsätzliches Umdenken erfordert und weitreichende Veränderungen mit sich bringen muss! Ein Umbau der Gesellschaft, der sozialen Gegebenheiten und der wirtschaftlichen Faktoren. Denn so, wie wir momentan in der Welt agieren, fahren wir uns und den Planeten irgendwann voll gegen die Wand!
    Da aber viele panische Angst vor einer kompletten Wende haben, wird immer wieder das kleinste Übel gewählt und das schon seit Jahren.

  • Wären die "etablierten" Parteien beim Wähler angekommen, gäbe es keine Piraten. Es sind nur die Geister, die selbst gerufen wurden, weil sie Rufe ihrer eigenen Wähler zugunsten einer beispiellosen Lobbypolitik, Überwachungsmechanismen, Generalverdacht in Sachen kriminelle Bürger, gepaart mit einer beispiellosen Durchwinkmentalität (Faulheit) in den Parlamenten, nicht mehr hören wollten. Manchmal gibt es für mangelnde Demokratie eben doch noch ein Kreuz, aber woanders.

  • ja, und was wollen Sie uns damit nun sagen?

  • Gemessen an ihren Taten müsste man die Blockparteien eigentlich als "Volksverweser" bezeichnen.

    Auch wenn das sehr hart klingt ist es letztlich sachlich. (leider)

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