SPD-Kanzlerkandidat: Griechen sollten mehr Zeit für Reformen bekommen

SPD-KanzlerkandidatGriechen sollten mehr Zeit für Reformen bekommen

Peer Steinbrück will den hoch verschuldeten Griechen mehr Zeit für Reformen geben. Bundeskanzlerin Merkel wirft der SPD-Kanzlerkandidat vor, zu stark auf Konsolidierung konzentriert zu sein.
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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will dem hoch verschuldeten Griechenland mehr Zeit für Reformen geben, selbst wenn das zusätzliches Geld kosten sollte. Die in der Krise steckenden Euro-Staaten müssten ihre Haushalte in Ordnung bringen und ihren Schuldenstand konsolidieren, sagte Steinbrück am Montag in einer auf Englisch gehaltenen Rede vor der London School of Economics.

Aber vor allem für Griechenland müsse dabei der Zeitrahmen ausgeweitet werden. Das werde möglicherweise Geld kosten, auch Geld aus Deutschland, sagte Steinbrück. Das müsse man der Bevölkerung und den Wählern auch sagen. Bei der schwarz-gelben Bundesregierung vermisse er das aber, fügte Steinbrück hinzu.

Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu stark auf die Konsolidierung konzentriert zu sein. Neben einem Sparkurs müsse es in der Euro-Zone aber auch eine striktere Bankenregulierung und Wachstumsimpulse geben, betonte Steinbrück.

Zu einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union sagte der Sozialdemokrat, er habe zwar Sympathie für die Forderung des britischen Premierministers David Cameron nach mehr Effizienz in der EU. Das rechtfertige seiner Ansicht nach aber keine Volksabstimmung und keinen Austritt aus der EU.

Cameron hatte unlängst ein Referendum darüber angekündigt, ob Großbritannien in der EU bleiben soll. Es soll in der ersten Hälfte der kommenden Legislaturperiode stattfinden. Die nächsten Parlamentswahlen in Großbritannien sind bisher für 2015 vorgesehen.

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  • @Novaris
    „Herr Steinbrück hat auch nicht den Mut, dem deutschen Steuerzahler die volle Wahrheit zu sagen :
    Es geht nämlich um ALLES !!!!“

    Ich glaube, Steinbrück glaubt TATSÄCHLICH, was er da sagt. Das macht es ja so schlimm – diese absolute Ahnungslosigkeit vom Thema. Er denkt womöglich wirklich, mit möglichst viel Transferleistung auch und vor allem aus Deutschland könne der EU-Raum gerettet werden mitsamt seiner kranken Währung.
    Niemand aus der SPD (und auch nicht von den Grünen) macht sich mal die Mühe, den eigenen Standpunkt aus etwas Distanz zu betrachten – dabei wäre das dringend nötig. Das nenne ich überheblich und der Sache nicht dienlich.
    Denn praktisch alle, die jemals mit GR zu tun hatten, sagen etwas anderes. Die vielen Warnungen sind doch eigentlich gar nicht zu überhören. Wie kommt die SPD (bzw. die Grünen) dazu, die praktischen Erfahrungen, die andere bereits in GR gesammelt haben, derart zu ignorieren und stattdessen noch mehr Geld – das ihnen im Übrigen gar nicht gehört, sondern den Bürgern – zu verbraten.
    Ich fürchte, es hat AUCH etwas damit zu tun, dass diese Erfahrungsträger womöglich keine Parteimitglieder sind und daher offenbar unglaubhaft.
    Es ist ein widerliches Parteiengeklüngel, das mit UNSEREM Geld ausgetragen wird.
    Statt sich zusammenzusetzen – alle Erfahrungsträger, Wissenschaftler, Investoren, Politiker etc. – um eine einvernehmliche und hilfreiche Lösung herbeizuführen, wird die eine Hälfte der Meinungsträger einfach isoliert, entrechtet, diffamiert, während die andere Hälfte sich erst Rat bei den Banken holt und danach – ohne Abstimmung – ein Ergebnis propagiert.

    Unter Demokratie verstehe ich etwas anderes.

  • Steinbrück hat weder Ahnung von der griechischen, noch von der deutschen Seele.

    Er redet in GR davon, dass GR mehr Geld brauche und bessere Konditionen, damit neben den griechischen auch ausländische Investoren kämen – dabei ist ihm aber offenbar entgangen, dass die Griechen gar keine ausländischen Investoren wollen. Diese potentiellen Investoren werden ganz gezielt weggebissen, was die EU augenblicklich ziemlich viel Geld kostet.

    Und die Aussage, auch Deutschland - das er mit „Alice’ Wunderland“ verglich – dürfe die ca. 50% junge griechische Arbeitslose nicht ignorieren, weil es ja auch in Deutschland mal anders kommen könne, zeugt davon, wie wenig Bodenhaftung dieser sozialdemokratische Kanzlerkandidat hat.*

    Angesichts der ca. 6 Millionen Menschen, die in Deutschland ihre Mahlzeiten bei der Tafel einnehmen, ist der Vergleich mit Alice’ Wunderland eine unfassbare Gefühllosigkeit.

    Dieser Mann hat offensichtlich keine Ahnung, wovon er eigentlich spricht. Aber wundert sich noch jemand darüber? Besser wäre es, er bliebe bei dem, was er wirklich kann: reden, und zwar vor und im Interesse der Banken.
    Als Sozialdemokrat und Bankenregulierer jedenfalls ist der Mann absolut unglaubwürdig – ich hoffe sehr, der Wähler merkt’s.

    *Diese Aussage habe ich soeben in den griechischen TV-Nachrichten gehört.

  • Außerdem "warf Herr Steinbrück Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu stark auf die Konsolidierung konzentriert zu sein. Neben einem Sparkurs müsse es in der Euro-Zone aber auch .... Wachstumsimpulse geben, betonte Steinbrück."

    Z.B. durchg die Streichung des Ehegattensplitting bekommt man wunderbare Impulse, nicht wahr Herr Steinbrück? Na ja aber man hat dann das Geld, mit dem man die Zinsen und Schulden der verfehleten sozialistischen griechischen Politik den Banken bezahlen kann. Das versteht Herr Steinbrück unter ....eine striktere Bankenregulierung...!!! Immerhin bekommt er in den Umfragen 29%. Unfassbar. Aber wir sind auf dem guten Wege. 1932 hat die NSDAP sogar 33% erhalten. Man sieht, dass die Wähler kritischer geworden sind.

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