SPD-Kanzlerkandidat

Steinbrück erklärt die Honorar-Million

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat viel Geld für Vorträge bekommen. Zweifel an seiner Unabhängigkeit weist er jedoch deutlich zurück. Parteifreunde und Grünen-Politiker loben die Offenheit Steinbrücks.
Update: 30.10.2012 - 11:37 Uhr 55 Kommentare
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Quelle: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

(Foto: dpa)

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sein Millionen-Honorar für Reden verteidigt und Versäumnisse bei der Offenlegung eingeräumt. Es sei aber ein „absurder Verdacht, dass ich in eine Abhängigkeit hätte geraten können“, sagte der frühere Finanzminister am Dienstag in Berlin. Der 65-Jährige räumte ein, zwei Vorträge nicht ordnungsgemäß offengelegt zu haben. Auf die Frage, warum dies geschehen sei, sagte er: „Nachlässigkeit von mir, ich habe es einfach verschwitzt.“ Er habe dies nachgeholt.

Mit der Veröffentlichung seiner Nebeneinkünfte wolle er klar machen, dass der Verdacht der Abhängigkeit gegenstandslos sei. Zudem gebe er so ein Beispiel, das in eine deutliche Verschärfung der Transparenzrichtlinien des Bundestages münden solle. Insgesamt bekam Steinbrück für 89 Vorträge seit 2009 rund 1,25 Millionen Euro brutto.

Das höchste Honorar erhielt Steinbrück nach einem im Internet veröffentlichten Bericht seines Wirtschaftsprüfers mit 25 000 Euro bei einer Veranstaltung der Stadtwerke Bochum, gefolgt von 20 000 Euro bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und 18.000 Euro bei der DZ Bank.

Steinbrück wies Vorwürfe zurück, durch seine Vorträge und Reden habe seine Tätigkeit als Abgeordneter gelitten. Er habe 2009 und 2010 an insgesamt sieben Sitzungstagen des Bundestages nicht teilgenommen, an denen es namentliche Abstimmungen gegeben habe. Dies sei in den Folgejahren nicht mehr vorgekommen.

Im Jahr 2011 habe er an zwei Sitzungstagen wegen anderweitiger Termine gefehlt. Einmal habe er den luxemburgischen Finanzminister besucht, bei dem zweiten Termin habe er an einer wichtigen Aufsichtsratssitzung von ThyssenKrupp teilgenommen.

Buchhonorare bleiben unter Verschluss
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55 Kommentare zu "SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrück verteidigt seine Vortragshonorare"

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  • Polit-Mafia PUR!

    Verkommen bis ins Mark!

    Vom Volksvertreter
    zum Volksverräter.
    ------------------------------------------------------
    Warum bekam Peer Steinbrück
    fünfstellige Vortragshonorare von Unternehmen,
    die hoch verschuldeten Kommunen gehören
    - wie den Stadtwerken Bochum?
    Ausgerechnet im hoch verschuldeten Nordrhein-Westfalen
    hat der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück
    seither eine ganze Reihe seiner gut honorierten Vorträge gehalten
    - bezahlt von Unternehmen,
    an denen die ebenso hoch verschuldeten NRW-Kommunen
    zumindest beteiligt sind.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steinbrueck-hielt-vortraege-in-betrieben-armer-nrw-kommunen-a-864567.html

  • Sterben für den Euro
    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-kampf-um-den-euro-sterben-fuer-den-euro_aid_847001.html
    Extremistische Parteien erstarken, Jugendliche verzweifeln, Unternehmer nehmen sich das Leben – eine ZDF-Doku über die gefährlichen Folgen der Euroschuldenkrise
    ====================================================

    Für mich sind
    „deutsche Politiker/Parteien“,
    eine der gefährlichsten Vereinigungen der Welt!

    "Extremistische Parteien erstarken, Jugendliche verzweifeln, Unternehmer nehmen sich das Leben.
    Das ist alles von den guten Politikern in Deutschland angerichtet worden, und genau diese Typen warnen das Volk vor EXTREMISTISCHEN PARTEIEN?"

    Ganz offensichtlich bin ich nur von Bescheuerten umzingelt!

    Ohne Verstand, wie leider die meisten Deutschen …
    glauben diese natürlich diesen Müll von gefährlichen Extremistischen Parteien!

    Medien & Politiker Hand in Hand in der gigantischen Verblödungsmaschinerie!

    Wenn harmlose Parteien wie CDU, CSU, SPD, GRÜNE, FDP, LINKE, so einen Szenario hinkriegen, und uns in den Untergang führen, was bleibt denn dann noch für die angeblich gefährlichen EXTREMISTISCHEN PARTEIEN zu tun?

    Hilfe, Hilfe, Hilfe,
    was für ein hirnloses Volk, welches immer und immer wieder die harmlosen Parteien wählt.
    Aufrecht mit CDU, CSU, SPD, GRÜNE, FDP, LINKE dem Untergang entgegen …

    Thilo Sarazin hat 100% RECHT!

    Ich verzeihe ihm auch den Schreibfehler im Titel für das Buch …
    Deutschland schafft sich ab

    Denn…
    Deutsche Politiker schaffen Deutschland ab und stürzen Europa und den Rest der Welt ins Verderben, Warnen aber vor extremistischen Parteien!

    Deshalb wählen die deutschen Lemminge auch diese Flaschen (für mich Deutschlands Henker) immer wieder.

    Wenn´s nicht so gruselig wäre, könnte man drüber lachen, aber das Lachen ist ganz sicher schon vielen Deutschen vergangen.

    Aber wie gut, dass den deutschen Politikern GUT GEHT!

    Das Schöne daran, von ganz oben kann man dann auch sehr tief fallen …

  • Was
    @Rubens
    da für einen Schwachsinn in die Tasten haut,
    beeindruckend HOHL.


  • Offenheit ist eine Bringschuld aller Abgeordneten !

    Vor allen Dingen aus der CDU, der CSU und der FDP wurde
    gefordert, daß Herr Steinbrück (SPD) " Nebeneinkünfte "
    der vergangenen Jahre offenlegt. Das ist nun geschehen.

    Es nun an der Zeit und fair, wenn die Damen und Herren aus
    jenen Parteien, die wochenlang die völlige Transparenz von
    Herrn Steinbrück forderten, nun auch ihre "Nebeneinkünfte"
    zeigen.

    Anschließend könnten gemeinsam von allen Parteien wirklich
    transparente Regelungen für alle Nebeneinkünfte geschaffen
    werden.

    Schließlich sollten aber auch längst überfällige Regeln und
    Gesetze gegen Korruption beschlossen/ratifiziert werden. So
    würde das Ansehen Deutschlands verbessert,unsere Demokratie
    gestärkt und der Verdrossenheit vieler Bürgerinnen und Bürger
    in unserem Staat entgegengewirkt. Jürgen Kalähne

  • Steinbrück hat vorgelegt. Jetzt gibt es keinen Grund mehr, eine solche Transparenz nicht für alle Abgeordneten, auch die von Union und FDP, durchzusetzen. Im Gegenteil: Es wäre geradezu schäbig, wenn die bisherigen Schreihälse in der Causa Steinbrück jetzt schweigend einen Schritt zurücktreten.

  • ..da fragt es sich wie Sie "gute Leute" definieren.

    Selbstsüchtig und karrieregeil? Gierig und egoistisch?

    Die nächste Frage wäre was Ihres Erachtens die Aufgabe eines Bundespolitikers sein soll?

    Die Wirtschaft gut zu schmieren?

    Wenn wir nicht endlich Politiker bekommen, die sich für die 90% einsetzen, dann wird es auch für die 10% nicht lustig werden.

    Im übrigen ist der alleine deshalb Mann unwählbar, weil er die 1 Billion Euro mit zu verantworten hat, die Richting Süden auf Nimmerwiedersehen abgeflossen ist.

  • Man sollte das ganze Ensemble austauschen.

  • ..ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelheinzchen stieß...

    "völlig unbegründete Diskreditierung"

    Die wiederum ist eine völlige unbegründete Pervertierung der Wahrheit.

    Kanzlerkandidat? Ein Mann der dem Volk dient? ... lachhaft, absurd...

  • Wählen gehen ist in diesen Zeiten die pure Selbstver*?&ung.

    Die einzige Wahl, die noch geblieben ist, ist nicht zu wählen.

  • ...eben...unglaublich ...der wahre Nutzen der großzügigen Geldzahlungen muss wohl auf etwas anderes zurückzuführen sein...

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