SPD-Kanzlerkandidat
Union stellt sich schon auf Steinmeier ein

Während SPD-Chef Kurt Beck schwer beschäftigt ist, seinen von ihm selbst angedeuteten Rückzug zu dementieren, stellt sich die CDU Parteikreisen zufolge bereits auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl im nächsten Jahr ein.

HB BERLIN. "Steinmeier dürfte die wahrscheinlichste Variante sein", hieß es am Mittwoch aus dem Umfeld der Unionsspitze. Es spreche derzeit nicht viel dafür, dass SPD-Chef Kurt Beck selbst gegen Kanzlerin Angela Merkel antreten werde. "Wir planen schon seit geraumer Zeit zweigleisig, nicht nur mit Beck, sondern auch mit Steinmeier", hieß es in der Parteizentrale. "Und es wird wohl nicht unbedingt auf Beck hinauslaufen."

Allerdings geht die CDU-Führung den Kreisen zufolge davon aus, dass eine Nominierung des Kanzlerkandidaten erst nach der Landtagswahl in Bayern gegen Ende des Jahres stattfindet. Nach bisherigen Aussagen der SPD soll die Entscheidung Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres fallen.

SPD-Chef Beck hatte am Vortag mit einer Rede vor seiner Bundestagsfraktion Spekulationen über seine Zukunft ausgelöst. "Wenn ich Teil des Problems sein sollte, klebe ich nicht an meinem Stuhl", hatte er nach Angaben von Teilnehmern gesagt. Zur Kanzlerkandidatur erklärte er, diese werde zwischen ihm und Außenminister Steinmeier freundschaftlich entschieden.

Teilnehmer betonten anschließend, Beck habe damit in einer kämpferischen Rede keineswegs seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, sondern vor allem seine internen Kritiker herausfordern wollen.

In der CDU hieß es, hätte Beck nach diversen taktischen Fehlern wie etwa zum Umgang mit der Linkspartei nicht so enorm an Ansehen verloren, wäre er für die Christdemokraten ein ernstzunehmender Herausforderer. Schließlich habe er in seinem Bundesland Rheinland-Pfalz mit einer langen CDU-Regierungstradition die absolute Mehrheit für die SPD erkämpft.

Steinmeier zählt - wie vor ihm andere Außenminister - zu den beliebtesten deutschen Politikern. In der CDU wird er aber als Politikmanager ohne echte Wahlkampferfahrung gesehen, der als Außenminister zudem keine typischen SPD-Themenfelder besetzen könne.

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