SPD-Kanzlerkandidatur
FDP sieht in Schmidt/Steinbrück griechische Tragödie

Altkanzler Schmidt hat seiner Partei, der SPD, den früheren Bundesfinanzminister Steinbrück als Kanzlerkandidaten für 2013 empfohlen. Die FDP reagierte mit beißendem Spott. Und auch in der SPD regte sich Kritik.
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Berlin„Wenn Peer Steinbrück stärker die Nähe von Helmut Schmidt als von Sigmar Gabriel sucht, dann enthüllt das die Identitätskrise der SPD“, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Sonntag in Berlin. „Steinbrück und Schmidt loben noch eine Agenda-Politik, die die Gabriel-SPD schon längst auf Parteitagen wieder abgewickelt hat.“ So wie Helmut Schmidt als Bundeskanzler seinerzeit die Unterstützung der eigenen Partei verloren habe, so stehe überdies Peer Steinbrück heute noch nicht einmal vor einer möglichen Kandidatur für das Programm der SPD. „Das ist die Figuren-Konstellation einer griechischen Tragödie.“ Lindern empfahl Steinbrück, er solle in seiner Partei lieber für seine politische Linie kämpfen, statt „als Buchautor die Republik zu bereisen und den Vorwahlkampf Barack Obamas mit provinzielleren Mitteln kopieren“.

Schmidt warb im „Spiegel“ für Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidiat.  „Er kann es, Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann“, sagte Schmidt dem Nachrichtenmagazin in einem gemeinsamen Gespräch mit Steinbrück.

Dass Steinbrück im Gegensatz zu erfolgreichen Ministerpräsidenten der SPD wie Klaus Wowereit in Berlin noch nie eine Wahl gewonnen hat, ist aus Sicht Schmidts kein Hindernis für eine Kanzlerkandidatur: „Ich hatte auch keine Wahl gewonnen, als ich 1974 das Amt des Bundeskanzlers von Willy Brandt übernahm.“

Auch der Umstand, dass Steinbrück kein „linker Kandidat“ sei, spricht für Schmidt nicht gegen dessen Kanzlerkandidatur. „Die Wahlen werden nicht etwa am linken Flügel gewonnen, sondern alle Wahlen werden gewonnen - ob durch die CDU/CSU oder durch die Sozialdemokraten oder durch wen auch immer - in der Mitte und nicht auf den Flügeln“, sagte Schmidt dem „Spiegel“.

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SPD-Linke kritisiert Schmidt

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  • Na, den wahren Ritterschlag bekommt unser Peer erst dann wenn er ins "Bohemian Grove" eingeladen wird. Aber vielleicht war er ja auch schon da und man hat´s nur nicht so recht mitbekommen.

  • Die Geier kreisen schon über Deutschland !

    Der Normalbürger wird versklavt auf Lebenszeit - die

    sogenannte Elite die Sklavenhalter u. Ausbeuter (NWO).

    Hat der dämliche Deutsche Michel immer noch nichts

    begriffen !!!

  • .
    Solange in eurem Land welche die wahlen in der Mitte gewinnen, solange werdet ihr bluten müssen.

    Ab einer gewissen Menge Blutverlust ist der Zusammenbruch unausweichlich. In Europa und erst recht in der Welt ist keiner dabei, der für euch Blut spenden wird.
    .

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