SPD-Landeschef wirft Ministerpräsident Müller Versagen vor
Maas baut auf Lafontaine

Saarlands SPD-Chef Heiko Maas setzt nach Übernahme der Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2004 auf die Hilfe von Ex-Mnisterpräsident Oskar Lafontaine. Ein Aufeinandertreffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Lafontaine im Wahlkampf sehe er nicht als Problem an, sagte Maas.

HB SAARBRÜCKEN. Im Wahlkampf werde Lafontaine, der 1999 im Streit mit Schröder aus dessen Kabinett ausgeschieden war, eine wichtige Rolle spielen, sagte Maas nach der Sitzung des SPD-Landesvorstands, auf der der 37-Jährige als Herausforderer von Ministerpräsident Peter Müller (CDU) nominiert worden war. Lafontaine hatte zwischenzeitlich eigene Ambitionen auf eine Spitzenkandidatur erkennen lassen.

Der frühere Bundesparteivorsitzende und Ex-Bundesfinanzminister akzeptierte schließlich das Vorrecht des Landes- und Parteichefs Maas. Er stehe auch nach der Entscheidung dazu, der SPD beim Wahlkampf zu helfen. „Wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Nur so erreichen wir unsere Wähler“, sagte Lafontaine. „Die Politik der SPD im Bund ist nur dann eine Unterstützung im Landtagswahlkampf, wenn sie das beherzigt“, fügte der 60-Jährige hinzu.

Maas nannte als Schwerpunkte in den kommenden zehn Monaten bis zur Wahl soziale Gerechtigkeit und Schaffung neuer Arbeitsplätze im strukturschwachen Saarland. Die Regierung von Ministerpräsident Peter Müller habe ihre Versprechen vom Aufschwung nicht gehalten, und das Land steuere auf einen Pleiten- und Schuldenrekord zu, warf Maas dem Regierungschef am Donnerstag vor.

Die jüngste Umfrage von Infratest dimap, im September für die „Saarbrücker Zeitung“ und den Saarländischen Rundfunk vorgenommen, zeigte die geringen Chancen von Maas gegen Regierungschef Müller. Demnach hätte die CDU mit 54 Prozent (Wahl 1999: 45,5 Prozent) der Stimmen die absolute Mehrheit sicher, die SPD käme nur auf 33 Prozent (1999: 44,4 Prozent).

Seinen Anspruch auf die Spitzenkandidatur begründete Maas mit einer programmatischen und personellen Erneuerung nach der verlorenen Wahl 1999. „Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, dass die Saar- SPD geschlossen in diese Wahl geht“, sagte Maas. Lafontaine sei an der Saar noch immer ein sehr populärer Politiker, daher habe er ihn von Beginn an eng einbinden wollen. Er sehe auch für den Wahlkampf kein Problem in einem Aufeinandertreffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Lafontaine, sagte Maas, der seit Monaten für die Aussöhnung der SPD mit ihrem Ex-Vorsitzenden wirbt.

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