SPD-Linke kritisiert Kahlschlag
„Commerzbank-Jobabbau ganz im Sinne von Merkel“

Der geplante Kahlschlag bei Deutschlands zweitgrößter Bank stößt in der Politik teilweise auf scharfe Kritik. Die Grünen halten den massiven Job-Abbau für unvermeidlich. Die SPD-Linke gibt der Kanzlerin dafür die Schuld.
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BerlinDie grundsätzliche Einigung über einen Stellenabbau bei der Commerzbank hat bei SPD und Grünen ein unterschiedliches Echo ausgelöst. „Ich begrüße es, dass es zu einer Einigung zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretung bezüglich des unvermeidbaren Stellenabbaus gekommen ist“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, Handelsblatt Online.

Auch der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling hält es für unabwendbar, dass wohl konzernweit mehr als 5000 Jobs gestrichen werden sollen.  Er kenne die Eckpunkte des Konzepts zwar noch nicht. „Aber die Erfahrung zeigt: wenn das Management unter Druck ist, muss die Belegschaft bluten“, sagte Sieling Handelsblatt Online.

Der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (VDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) für den massiven Jobabbau bei der Bank verantwortlich. „Der Vorgang erstaunt nicht und ist ganz im Sinne von Merkel, Rösler &Co.“, sagte Stegner Handelsblatt Online. „All das zeigt, dass Bankenrettung wie überall auf dem Rücken der Arbeitnehmerschaft stattfindet.“ Daher sei endlich einen Politikwechsel in Deutschland nötig mit schärferer  Banken- und Finanzmarktkontrolle. „Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht umgekehrt“, betonte Stegner. „Das hat Schwarz-Gelb nie begriffen. Auch deshalb gehören die abgewählt.“

Das Handelsblatt hatte berichtet, dass das teilverstaatlichte Institut und der Betriebsrat sich nach monatelangen Verhandlungen auf den Umfang der Einschnitte geeinigt haben. Die Bank wollte die Informationen nicht kommentieren. Im Januar hatte das Institut den Abbau von 4000 bis 6000 Vollzeitstellen angekündigt. Ende März hatte die zweitgrößte deutsche Bank noch rund 54.000 Voll- und Teilzeitbeschäftigte.

Noch fehlt dem Vernehmen nach wohl noch die endgültige Unterschrift des Betriebsrats. Dieser will am Dienstag und Mittwoch über das Sparprogramm beraten. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Zahl und die dahinter stehende Strategie als unerklärlich. Ausführlich will sich Verdi nach der Sitzung des Gesamtbetriebsrats am Mittwoch äußern.

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Zeitplan für Jobkürzungen noch offen

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  • Wenn noch Ex-Vorstände der Dresdner Bank mit bald 80 Jahren bei dieser Bank weiterarbeiten dürfen, aber die jungen Mitarbeiter mit Abfindung gehen dürfen, dann stimmt vorne und hinten etwas nicht!!!!

  • Harvard-Student:

    die kochen auch nur mit Wasser.
    Das besondere an ihnen, ihre Eltern haben in der Regel mehr Geld als andere.

  • An Betroffenen:

    die COBA gehört Dir nicht. Sie bietet Dir nur (noch) einen Arbeitsplatz.
    Du könntest etwas für die COBA tun, indem Du auf einen Teil des Gehaltes verzichtest.
    Wenn der Kurs der COBA abschmiert, verliere ich persönlich Geld, wenn es der COBA so geht, wie der HRE, mein eingesetztes Geld komplett, wenn ich den Ausstieg verschlafe.

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