SPD-Linke werfen Kanzler "schlechten politischen Stil" vor
Schröder und Gabriel streiten weiter

Die schlechten Wahlergebnisse auf dem SPD-Parteitag in Bochum sorgen weiter für Zündstoff: Nun geraten Niedersachsens Fraktionschef Gabriel und Kanzler Schröder aneinander. Und ein Regionalverband hat Absprachen bei der Scholz-Wahl zugegeben.

HB BERLIN. Sigmar Gabriel reagierte am Freitag scharf auf einen „Bild“-Bericht, nach dem SPD-Chef Gerhard Schröder ihn für einen „Brandstifter und Feuerlöscher zugleich“ halte. Gabriel sagte der „Berliner Zeitung“: „Man muss nicht zwangsläufig zum Schweinehund mutieren, wenn man nur lange genug in der Politik ist.“

Der Vorsitzende des niedersächsischen SPD-Bezirks Weser-Ems, Garrelt Duin, bestätigte erstmals eine regionale Absprache zur Wahl von Generalsekretär Olaf Scholz. Die SPD-Linken warfen dem Kanzler erneut „schlechten politischen Stil“ vor. Einer Umfrage zufolge legte die SPD in der Wählergunst mit 27 Prozent wieder leicht zu - blieb aber weiter abgeschlagen hinter der Union (49 Prozent).

Duin sagte der dpa, bereits zwei Monate vor dem Parteitag hätten sich 17 Delegierte aus dem Bezirk darauf geeinigt, Scholz wegen massiver Kritik an dessen Arbeit nicht zu wählen. Daraus habe der Bezirk auch kein Geheimnis gemacht. Eine landesweite Absprache habe es nicht gegeben. In Richtung Scholz sagte Duin: „Das Ergebnis führt hoffentlich dazu, dass er künftig mehr in die Partei hineinhorcht und einen echten Dialog führt.“ Zum Verhältnis der Landespartei und Schröder meinte der Bezirksvorsitzende: „So leicht lässt sich das Tischtuch nicht zerschneiden.“

Gabriel wehrte sich heftig gegen den Vorwurf, er habe auf dem Parteitag beim Thema Tarifautonomie intrigiert: „Die Theorie, ich hätte erst „den Brand gestiftet“, um ihn dann zu löschen, muss jemand erfunden haben, der nach dem Motto handelt: Was ich denk' und tu', das trau' ich jedem anderen zu.“ Gabriel, der auf dem Parteitag in den Vorstand gewählt wurde, hält sich laut „Bild“ (Freitag) eine Kandidatur für das Parteipräsidium offen, das am 8. Dezember gewählt wird.

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