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08.01.2009 
Neuer Web-Auftritt

SPD macht auf Obama

Blogs, Filmchen, Online-Spenden: Die Sozialdemokraten setzen im Bundestagswahlkampf vor allem auf das Internet, um die bisher schwächelnden Umfragewerte nach oben zu treiben. Der neue Netz-Auftritt der SPD erinnert an die Kampagne von Barack Obama.

Der neue Online-Auftritt der SPD. Foto: ScreenshotLupe

Der neue Online-Auftritt der SPD. Foto: Screenshot

HB BERLIN. Nur noch neun Monate bis zur Bundestagswahl, und noch immer dümpeln die Sozialdemokraten im Umfragetief. In der Konjunkturkrise bleibt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier als Außenminister neben Kanzlerin Angela Merkel blass. Man müsse nun „die nächste Stufe zünden“ und „Tempo machen“, ermutigt Parteichef Franz Müntefering die Genossen. Gerade einmal 23 Prozent holt die SPD in jüngsten Umfragen - während die Union zusammen mit ihrem Wunschkoalitionspartner FDP zusammen auf 50 Prozent kommt.

„Das Herzstück“ des Wahlkampfs ist laut Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel ein neuer Internet-Auftritt, der am Donnerstag um 13 Uhr an den Start ging. Er solle möglichst viele Menschen ansprechen und auffordern mitzumachen, hofft der Wahlkampf-Leiter. „Es geht um mehr als die eigene Startseite. Wir wollen da präsent sein, wo die Meinungsbildung abläuft“. SPD-Mitglieder und Unterstützer sollen im Netz auch auf eigenen Seiten für die Partei werben: Sie sollen „bloggen“ und „twittern“ und damit eine Art Schneeballeffekt für die SPD auslösen.

Vorbild für die Online-Kampagne ist der designierte US-Präsident Barack Obama, der das Netz genutzt hat, um Anhänger zu mobilisieren und um Spenden zu werben. Auch auf der neuen SPD-Seite findet sich eine Rubrik mit dem Titel "Online Spenden". Doch warnt Wasserhövel, dass man auch „sehr viel schlechte Laune“ erzeugen könne, wenn man die Leute zu sehr mit Mails und Newslettern belästige. Auch von SMS-Kampagnen hält er nicht viel.

Dann schon lieber Filmchen auf die Homepage stellen, wie der Spot des saarländischen Spitzenkandidaten Heiko Maas für die Landtagswahl: Darin liefern sich die Konkurrenten von der Linkspartei, Oskar Lafontaine, und der CDU, Peter Müller, in Zeichentrick ein Autorennen. Aus der Harakiri-Fahrt geht - natürlich - Maas als lachender Dritter hervor und präsentiert sich den Bürgern als die vernünftige Wahl.

Damit liegt die SPD voll im Trend: Laut einer Studie der Online- Agentur Newthinking Communications nutzen Parteien und Spitzenpolitikervor der Bundestagswahl verstärkt das Internet zur Mobilisierung. So habe ihre Präsenz in sozialen Netzwerken wie StudiVZ und Facebook in den vergangenen Monaten zugenommen, liege aber immer noch auf einem eher niedrigen Niveau. „Über allem weht ein Hauch von Obamania“, schreiben die Autoren.

Darüber hinaus hat sich die Partei ein neues Logo und einen neuen Solgan ausgedacht, die künftig Plakate, Flugblätter und die Homepage zieren. Aus dem roten Kasten mit den weißen Blockbuchstaben wird künftig ein Würfel. Er soll symbolisieren, dass die SPD eine „Partei mit Ecken und Kanten ist“, so Wasserhövel. Der neue Wahlspruch lautet: „Anpacken. Für unser Land“. Damit wolle die SPD herausstellen, dass sie die Partei ist, die das Land sicher durch die Finanz- und Wirtschaftskrise steuern kann.

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