SPD-Parteiausschlussverfahren
Sarrazin droht Rausschmiss aus der SPD

Im Ausschlussverfahren Thilo Sarrazins aus der SPD beginnt die entscheidende Runde. Die Schiedskommission will den früheren Finanzsenator Berlins anhören. Die Bundes-SPD vertritt Andrea Nahles.
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BerlinDas zweite Parteiausschlussverfahren der SPD gegen Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin tritt an diesem Donnerstag in die entscheidende Phase. Die Schiedskommission des Berliner Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf wird Sarrazin zum Vorwurf des parteischädigenden Verhaltens anhören. Die Sicht der Bundes-SPD wird Generalsekretärin Andrea Nahles, die der Berliner SPD ihr Partei-Vize Mark Rackles vor dem dreiköpfigen Gremium vertreten.

Das Zerwürfnis entzündete sich an Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“. Nach Ansicht der SPD hat der frühere Berliner Finanzsenator mit seinen umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik und Vererbungstheorien gegen Grundsätze der Sozialdemokratie verstoßen und so der Partei Schaden zugefügt. Darin spricht der 66-Jährige vor allem muslimischen Zuwanderern eine Integrationswilligkeit und Leistungsbereitschaft ab. Sarrazins Rechtsbeistand, der frühere Hamburger Erste Bürgermeister, Klaus von Dohnanyi, hält die Vorwürfe für nicht gerechtfertigt.

Die Kommission hat vier Wochen Zeit, eine Entscheidung zu verkünden. Sollte Sarrazin unterliegen, will er die Landesschiedskommission anrufen. Er ist seit fast 40 Jahren Mitglied der SPD. Ein erstes Parteiausschlussverfahren hatte Sarrazin vor der Veröffentlichung seines Buches 2009 überstanden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " SPD-Parteiausschlussverfahren: Sarrazin droht Rausschmiss aus der SPD"

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  • absolute und vollste Zustimmung

    Und dann ausgerechnet diese Nahles, die auch zu der Garde gehört, die im Leben noch nie was geleistet haben
    Diese Typen und die Grünen würden doch am liebsten Bautzen wieder öffnen
    Die Meinungsdiktatur haben wir doch längst

  • Die SPD gleicht einem Geisteskranken, der die Wohung sauber machen will und gleich die Möbel mit rausschmeißt. Leider wird die gute Frau N. bestenfalls Staub aufwirbeln und Porzellan zerschlagen, gebessert wird damit nichts!

    Leider scheint für Herrn Sarrazin selbst die SPD-Mitgliedschaft so etwas zu sein, wie für andere die Kirchenzugehörigkeit: Eine Säule des Lebens, um die sich gespaltene Gefühle und bitter-süße Erfahrungen ranken und es scheint schwer, sie durch eine andere zu ersetzen.

  • Sollen Ihn rauswerfen, dann werden die letzten vernünftigen SPD-Anhänger auch gehen. Ich hoffe das Erstarken der neuen Parteien, evtl. einen Zusammenschluss zur Bündelung der Kräfte. Neuen Wind braucht das Land, keine Nahles und Multi-Kulti-Sozialisten!

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