SPD-Plan zur Eurokrise
Drei Männer, eine Meinung

Die drei potentiellen SPD-Kanzlerkandidaten zeigen in Berlin demonstrative Einigkeit. Gemeinsam richten sie einen Appell an Bundeskanzlerin Merkel - und bieten ihr eine Art informeller Koalition an.
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BerlinEs ist ein ungewöhnliches Trio, das sich heute in den Räumen der Bundespressekonferenz zusammengefunden hat: Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sitzen nebeneinander und signalisieren der Hauptstadtpresse traute Einigkeit. Dabei gelten alle drei als potentielle Kanzlerkandidaten der SPD für die nächste Bundestagswahl  – und wollen trotzdem einen gemeinsamen Appell an die amtierende Bundeskanzlerin richten, deren Nachfolge sie antreten wollen.

Fast fünf Minuten vergehen, in denen Fotografen und Kameraleute das ungewöhnliche Triumvirat von allen Seiten ablichten, bis SPD-Chef Gabriel das gemeinsame Anliegen der drei Kanzlerkandidaten vorstellt.

„Ohne die Lösung der Finanzkrise wird Europa handlungsunfähig werden“, warnt Gabriel, der gerade braungebrannt aus dem Spanienurlaub zurückgekehrt ist und jetzt zwischen den beiden „Stones“ Steinmeier und Steinbrück sitzt. Er kritisiert den Mangel an Führung in der europäischen Union und die zögerliche Haltung von Angela Merkel: „Seit 18 Monaten jagt ein Gipfel den nächsten, trotzdem spitzt sich die Lage stets weiter zu.“ Deshalb habe er sich dazu entschieden, mit Frank-Walter Steinmeier einen gemeinsamen Brief an die Kanzlerin zu verfassen.

Bei diesem Satz mustert Peer Steinbrück konzentriert das Wasserglas vor seinem Mikrofon: Zwar gilt der ehemalige Finanzminister laut ZDF-Politbarometer als beliebtester Spitzenpolitiker in Deutschland, aber eigentlich ist er im Moment nur einfacher Bundestagsabgeordneter. Dass er trotzdem mit Steinmeier und Gabriel auftritt, erklärt letzterer vor allem durch die Krisenerfahrung seines Parteigenossen. „Und wenn wir nicht zu dritt gewesen wären, hätten sie uns gefragt, wieso der Dritte nicht dabei ist“, scherzt Gabriel.

Einmal in Fahrt gekommen, macht Peer Steinbrück seinem Ruf als erfahrener Krisenmanager dann auch alle Ehre: Mit ausladenden Gesten präsentiert er eine präzise und zugleich schonungslose Analyse der Währungskrise und stellt fest: „Die jetzige Strategie der Bundesregierung ist ganz offensichtlich gescheitert.“ Mehr denn je sei schnelles und entschlossenes Handeln nötig, um das europäische Projekt nicht zu gefährden.

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  • Wirtschaftskompetenz war noch nie die Domäne der SPD - man denke nur an die Äußerungen zu den Steuersenkungen für kleine Leute. Selbst wenn Herr Steinbrück eine Ausnahme darstellt, so kommen uns die Giechenland-Sanierungspläne teuer zu stehen. Zudem war es die SPD-geführte Regierung eines Herrn Schröder, die den Kollaps der Maastricht-Kriterien beschert hat. Meines Wissens sind Steinbrück und Steinmeier damit vorbelastet. Die SPD steuert uns auf direktem Wege in die Transferunion, mit welcher dann begründet wird, daß kleine Leute vom Staat kein finanzielles Entgegenkommen bei üblen Fehlentwicklungen des Steuertarifes mehr zu erwarten haben. Na bravo!

  • Richtig, aber es war ein Kuckucksei und zu Beginn schlecht als solches zu erkennen.Jetzt schlüpft der junge Kuckuck und wirft alles aus dem Nest, was ihn nicht passt und die Eltern füttern immer noch halb ahnungslos weiter, obwohl sie spüren, dass etwas nicht stimmen kann.

  • @ Margrit

    Ich merke, wir kommen uns näher :)

    Wünsche noch einen schönen Abend.

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