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SPD-Politiker Albig: „Manchmal ist das Altbackene sehr modern“

exklusiv Torsten Albig will in Schleswig-Holstein Schwarz-Gelb ablösen und damit ein Zeichen für den Bund setzen. Im Interview erläutert der SPD-Mann, wie er das schaffen will und warum eine Kanzler-Debatte dabei nicht hilft.

Torsten Albig, der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Quelle: dpa
Torsten Albig, der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Quelle: dpa

Handelsblatt: Herr Albig, am 6. Mai wird in Schleswig-Holstein gewählt. Sie selbst bezeichnen sich bereits als „neuen Ministerpräsidenten“. Ist das nicht voreilig?

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Thorsten Albig: Wo mache ich das denn?

Ihre Webseite zeigt ein Foto von Ihnen und den SPD-Spitzenkandidaten aus Bayern und Niedersachsen, Ude und Weil. Darüber steht: Drei neue Ministerpräsidenten.

Damit formulieren wir drei unser gemeinsames Ziel. Wir sind zuversichtlich, dass aus uns drei Oberbürgermeistern der Landeshauptstädte die nächsten drei Ministerpräsidenten unserer Länder werden. Aber davor liegt noch viel harte Arbeit. Sonst wird das nichts.

In Schleswig-Holstein kommen SPD und CDU derzeit auf je 33 Prozent, die Grünen legen sich nicht fest, und die Piratenpartei ist die große Unbekannte…

Sie haben recht, unser Ziel ist noch nicht erreicht. Wir wollen 40 Prozent Zustimmung der Menschen im Land als Grundlage für ein sehr stabiles rot-grünes Bündnis in Kiel.

Diese Woche kommt viel Prominenz aus der Hauptstadt nach Kiel: SPD-Fraktionschef Steinmeier gibt Ihnen prominente Unterstützung, Kanzlerin Merkel dem CDU-Kandidaten de Jager. Herrscht Nervosität in Berlin?

Nein. Aber alle wissen, dass hier in Kiel der nächste wichtige Schritt hin zur Bundestagswahl erfolgen wird. Darum gibt es eine andere Wahrnehmung. Das freut uns. Aber: Wahlergebnisse im Bundesland hängen nicht von der Zahl der Bundespolitiker ab, die uns vor Ort unterstützen, sondern von guter Arbeit im Land.

Vita

  • Politiker

    Der 48-jährige Sozialdemokrat Torsten Albig ist seit 2009 Oberbürgermeister von Kiel. Zuvor war er unter anderem Stadtkämmerer und Konzernsprecher bei der Dresdner Bank. Die Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine, Hans Eichel und Peer Steinbrück beriefen ihn ebenfalls als Sprecher. Im Februar 2011 stimmten in einer Urwahl überraschend eindeutig 57 Prozent der schleswig-holsteinischen SPD-Mitglieder für Albig als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl im Mai, dem bislang einzigen Urnengang vor dem Bundestagswahljahr 2013.

  • Pragmatiker

    Mit Steinbrück verbindet Albig eine Freundschaft. Beide gelten als pragmatische Politiker mit Hang zu klaren Worten. Der gebürtige Bremer Albig trat im Alter von 19 Jahren in die Partei ein. Er studierte zunächst Geschichte, dann Jura mit Schwerpunkt Steuer- und Wirtschaftsrecht. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Aber die Parteispitze macht Ihnen Druck, dass die Wahl gewonnen werden muss?

Na klar. Alles andere wäre ja komisch. Die SPD ist nach acht Landtagswahlen achtmal in Regierungen vertreten. Und wir wollen in Kiel diese Serie fortsetzen.

Der Wahl wird Signalwirkung für den Bund zugemessen.

Ja. Ein Sieg wäre ein starkes Zeichen für 2013: Wieder eine konservative Regierung weniger, wieder ist die SPD erfolgreich. Es wäre eine weitere Bestätigung unseres Weges hin zum Regierungswechsel in Berlin.

Mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück?

Mit einem guten Kanzlerkandidaten. Die SPD wäre töricht, wenn sie ihre hervorragenden möglichen Kandidaten schon jetzt untereinander in den Wettbewerb stellt.

  • 25.01.2012, 10:41 Uhrmargrit117888

    Frau Kraft als Kanzlerkandidatin zu nennen, ist schon mehr als witzig.
    Die ist ja nicht mal in dr Lage NRW zu regieren, regieren tun nämlich hier die Grünen.
    Kraft macht nur für sich selbst dämliche Image-Kampagnen

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