SPD-Schattenkabinett
IG-Bau-Chef ist Steinbrücks Arbeitsminister in spe

Peer Steinbrück bastelt an seinem Schattenkabinett. Arbeit und Soziales soll IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel übernehmen – ein scharfer Kritiker der Agenda-2010. Für Netzpolitik ist eine Design-Professorin vorgesehen.
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BerlinNach den Zerwürfnissen der Schröder-Ära sucht die SPD wieder den Schulterschluss mit den Gewerkschaften: SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück holt IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel in sein Schattenkabinett. Der 60-jährige Gewerkschaftler soll die Themen Arbeit und Soziales abdecken und eine Brücke zum Gewerkschaftslager schlagen. Für Innenpolitik soll Thomas Oppermann zuständig sein, für das Thema „Vernetzte Gesellschaft“ ist die Design-Professorin Gesche Joost vorgesehen.

Die Berufung Wiesehügels war zunächst durch einen Bericht der „Bild“ bekannt geworden, am Freitag bestätigte die SPD die Personalie und nannte zwei weitere. Wiesehügel ist eine Besetzung mit Signalwirkung: Als Bundestagsabgeordneter der SPD von 1998 bis 2002 hatte er zu den schärfsten internen Kritikern von Schröders Reform-Agenda 2010 gehört. Er war damals Mitinitiator eines parteiinternen Mitgliederbegehrens gegen das Reform-Paket. Auch gegen die von der Großen Koalition von Union und SPD beschlossene „Rente mit 67“ machte Wiesehügel zusammen mit den anderen DGB-Gewerkschaften massiv Front.

Wiesehügel ist gelernter Betonbauer und arbeitete bis 1974 beim Baukonzern Hochtief. Nach dem Besuch der Sozialakademie in Dortmund wurde er Gewerkschaftssekretär. Seit 1995 führt er die IG Bau.

Thomas Oppermann ist seit 2007 parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag und gilt als ausgewiesener Innenpolitiker.

Gesche Joost ist Professorin für Design und leitete Projekte des Forschungslabors T-Labs der Deutschen Telekom. Sie gehört seit Jahren zu Steinbrücks Beratungsstab und soll sich in seinem Kabinett um Themen kümmern wie eine „gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität oder die Neuregelung des Urheberrechts“.

Steinbrück hatte angekündigt sein Schattenkabinett zwischen Mai und Juli schrittweise vorstellen. Es soll zur Hälfte aus Frauen bestehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " SPD-Schattenkabinett: IG-Bau-Chef ist Steinbrücks Arbeitsminister in spe"

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  • Eventuell hat er ja auch ein neues "Rentenrezept" wie der, was war er doch noch, Fliesenleger. Die Berufe sind ja artverwandt, ein Flop mehr oder weniger bei den Sozen, egal, es trifft sie ja nicht persönlich.

  • Seit Schröders sozialen Untaten ohne Not habe ich die SPD nach vielen Jahren Mitgliedschaft verlassen, für immer. Rot-Grün ist nicht mehr der Anwalt der Arbeitnehmer, Rentner und der Schwachen. Viele Millionen Stimmen sind weggewandert. Und nun kommt auch noch die AfD: Sie wird Rot-Grün ebenso verhindern wie Schwarz-Gelb. Das wäre erst einmal das Beste.

  • Mit der Zeitarbeit ist ja schon mit 50 ein Wrack!

    Die SPD ist nur noch zu verachten.

    Steinbrück soll lieber in Bochum quasseln gehen.

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