SPD
Schröder wehrt sich gegen Intrigen-Vorwurf

Seinen Sturz von der SPD-Spitze hat Kurt Beck noch nicht überwunden. Erneut kritisierte er den Umgangsstil in seiner Partei scharf. Indirekt zeigte er auch auf Atkanzler Gerhard Schröder. Doch der wehrt sich gegen Spekulationen, er sei an einer Intrige gegen Beck beteiligt gewesen.

HB HAMBURG/MAINZ. Der frühere SPD-Vorsitzende Kurt Beck ist noch sauer auf seine Partei: „Wir duzen uns, wir nennen uns Genossen, aber wir verhalten uns nicht so“, sagte Beck in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview des Hamburger Magazins „Stern“. Und die Wochenzeitung "Die Zeit" zitierte aus Becks Autobiografie, die am morgigen Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. Danach sei über die „Kandidatenfrage“ vor der offiziellen Verkündung in Einzelheiten berichtet worden, „die neben Beteiligten auch auf Gerhard Schröder verwiesen“.

Heute allerdings ruderte Beck wieder zurück. Er widersprach vehement der Darstellung, er habe Schröder beschuldigen wollen. Der entsprechende Halbsatz sei sinnentstellend aus dem Zusammenhang gerissen worden. Ihm sei berichtet worden, dass Schröder gegen ihn agiert habe. Er habe sich aber davon überzeugen können, dass diese Darstellung falsch gewesen sei. Dies habe er in seinem Buch auch deutlich gemacht.

Altkanzler Schröder sagte indes der „Zeit“, er habe erst drei Tage nach dem Rücktritt von Kurt Beck mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über die Vorgänge in der SPD gesprochen. „Zu dem Zeitpunkt war die Messe am Schwielowsee bereits gelesen“, sagte Schröder. Am Rücktrittstag selbst habe er zusammen mit seiner Frau Doris die Ereignisse am Fernsehen verfolgt. „Und wir wussten nicht, was los ist“, sagte Schröder weiter.

Nicht nur Verhältnis zwischen Beck und Schröder gestaltet sich schwierig. Auch das zwischen Beck und seinem designierten Nachfolger Franz Müntefering ist offenbar auch nach der Aussprache vom vergangenen Freitag schwer beschädigt. „Mehr als dass man miteinander anständig und ordentlich reden kann, hat es nicht gebracht“, sagte Beck. Er werde voraussichtlich auch nicht am SPD-Parteitag am 18. Oktober teilnehmen, auf dem Müntefering zu seinem Nachfolger gewählt werden soll: „Ich will vor allen Dingen nicht für irgendwelche geheuchelten Bilder herhalten.“

Seinen Rücktritt bezeichnete der frühere SPD-Vorsitzende als richtig. Am Ende habe er eine „unerfüllbare Mission“ gehabt. Er hätte es sich nicht vorstellen können, „mal an die Grenzen der psychischen Kraft“ zu kommen. Politik könne krank machen. Er habe in der SPD-Führung keine Freunde gehabt.

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