SPD-Spitze verabschiedet Wahlprogramm
Schröder will sich quälen

Kanzler Schröder zeigt sich derzeit betont kampfeslustig. Schon am Tag der Vertrauenfrage hatte er seinen Anhängern versprochen, er werde ihnen im Wahlkampf den "Fischer machen". Bei den verzagten Spitzengenossen kam die Ankündigung gut an. Ohne großes Murren nahmen sie am Montag das von Franz Müntefering vorgelegte SPD-Wahlprogramm an.

HB BERLIN. Er wisse ja, dass viele, vor allem Journalisten, ihn am liebsten schon möglichst bald bei der Familie in Hannover sähen, sagte Gerhard Schröder in der großen Runde in der Berliner SPD-Zentrale. Doch die würden sich täuschen, die ihn schon mit halben Fuß im Privatleben wähnten. Er werde einen Wahlkampf hinlegen, "den es noch nicht gegeben hat", versprach Gerhard Schröder den Parteifreunden. Und er sei entschlossen, sich dafür richtig zu quälen.

Auch wenn Umfragen für die SPD weiter nichts Gutes vorhersagen, die Stimmung auf dem "Kleinen Parteitag" hinter verschlossen Türen wurde als ausgesprochen angenehm geschildert. Nachdem das von Schröder und Parteichef Franz Müntefering vorgelegte Wahlprogramm von den meisten Parteilinken ohne großes Murren begrüßt worden war, verliefen die Beratungen eher unspektakulär.

Wie Schröder versuchte Müntefering, die am Sieg zweifelnden Genossen aufzubauen. Man werde einen Wahlkampf hinlegen, "der sich gewaschen hat". Und den öffentlichen Mäkeleien an dem SPD-Konzept wegen angeblich nicht finanzierbarer Versprechungen setzte der Parteichef die Losung entgegen: "Das ist ein Regierungsprogramm und kein Oppositionsprogramm."

Einstimmig billigte der SPD-Vorstand dann auch das Wahlmainfest für die geplante Bundestagswahl. Nach dpa-Informationen gab es keine Gegenstimme und keine Enthaltung. Um die richtige Wahlkampf-Strategie ging es ebenfalls bei der Sitzung von Vorstand, Parreirat und den Landes- und Bezirkvorsitzenden. Dringend gesucht wird nach Rezepten, wie man der neuen Linkspartei das Wasser abgraben kann.

Das SPD-Wahlmanifest zum Download im PDF-Format

Mit Aufmerksamkeit wurde dazu ein Vorschlag von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck regsitriert. Dem SPD - Abtrünnigen Oskar Lafontaine müsse eine überzeugende "Autorität" im Wahlkampf entgegengestellt werden - am besten Hans-Jochen Vogel, Lafontaines Vorgänger im Parteiamt, regte Platzeck an.

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