0 Bewertungen
16.06.2008 
Renteneinstieg

SPD-Spitze votiert für Altersteilzeit

Weiterer Schritt weg von der Agenda 2010: Das SPD-Präsidium hat das Konzept für flexible Übergänge in den Ruhestand am Montag ohne Änderungen beschlossen. Die Kritik der Union an den Plänen wiesen die Sozialdemokraten zurück – und sind damit nicht allein: Auch in der Union gibt es Befürworter der Altersteilzeit.

Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck und Generalsekretär Hubertus Heil vor der Präsidiumsstizung. Foto: apLupe

Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck und Generalsekretär Hubertus Heil vor der Präsidiumsstizung. Foto: ap

HB BERLIN. Ungeachtet der scharfen Kritik von Union und Arbeitgebern hat die SPD-Spitze ihr Konzept für einen früheren Renteneinstieg einstimmig gebilligt. Dies teilte Generalsekretär Hubertus Heil nach einer Präsidiumssitzung am Montag in Berlin mit.

Die Regelungen sollten vor allem hart arbeitenden Beschäftigten zugutekommen, die durch die Rente mit 67 stärker belastet seien, sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Er sprach von der notwendigen „Generationenbrücke“. Die scharfe Kritik der Union an den SPD-Vorschlägen wies Heil zurück.

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber warf der SPD vor, mit ihren Plänen für eine Ausweitung der Altersteilzeit die Politikverdrossenheit zu fördern. „Wir haben uns im Koalitionsvertrag festgelegt, dass wir die Anreize zur Frühverrentung reduzieren“, sagte der bayerische Finanzminister am Montag in München. „Dieses heute so und morgen so, das zerstört die Vertrauensgrundlage der Menschen in die Politik.“

Die SPD will damit die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) geförderte Altersteilzeit bis zum Jahr 2015 zu verlängern. Eigentlich soll die Förderung Ende 2009 auslaufen.

Voraussetzung für eine Altersteilzeit soll aber sein, dass die frei werdende Stelle in dem Betrieb durch einen frisch ausgebildeten neuen Mitarbeiter besetzt wird.

Zudem setzt die SPD auf einen einfacheren Zugang zur sogenannten Teilrente. Diese soll nach dem Willen der Sozialdemokraten künftig schon ab dem 60. Lebensjahr bezogen werden können. Derzeit geht dies erst mit 63 Jahren.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Misstrauen durchdringt all...

    Finanzkrise: Misstrauen durchdringt alle Bereiche

    Keine Frage, die Finanzkrise, die wir derzeit erleben, ist außergewöhnlich. Alle Vergleiche mit vorherigen Wirtschaftskrisen hinken. Und das Vertrauen ist zerstört, wie ein Blick auf wichtige Indikatoren des Finanzmarktes zeigt.Bildergalerie 

  • Hier versickern unsere Steuergelder

    Hier versickern unsere Steuergelder

    Ein Schwimmbad, das niemand nutzt. Gratis-Fitness für städtische Angestellte. Staatliche Tipps zum Umgang mit Wölfen ("Sie sind keine Kuscheltiere") – das neue "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler listet wieder die krassesten Fälle öffentlicher Verschwendung auf.Bildergalerie 

  • Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bed...

    Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bedeutet

    In Berlin steht eine Kabinettsumbildung an. Da Bundesagrarmnister Horst Seehofer (CSU) als Ministerpräsident nach Bayern wechselt, muss sein Posten in der Bundesregierung neu besetzt werden. Möglicherweise nutzt Kanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit, um auch Veränder...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

In der loose-loose-Falle  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Barbara Gillmann

Die große Mehrheit, mit der die Hamburger Grünen für die Fortsetzung der Koalition gestimmt haben, verblüfft. Die Ökopartei, die im Bundestagswahlkampf vor allem mit dem Klimaschutz punkten will, riskiert, dass sie den Kredit beim Wähler auf dem für sie existienziellen Feld verliert. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Alles ist anders  Artikel in Merkliste

09.10.2008 von Andreas Rinke

Mit der Finanzkrise schlägt den Gewerkschaften plötzlich der politische Wind ins Gesicht. Kommentar