SPD-Spitzenkandidat
Harald Ringstorff – der Stratege

Seit acht Jahren steht Harald Ringstorff an der Spitze einer rot-roten Koalition in Mecklenburg-Vorpommern. Mitunter führte sein Eigensinn zu heftigen politischen Turbulenzen.

Nach den Umfragen muss die SPD um die Position als stärkste politische Kraft im Land fürchten. Ringstorffs Position scheint trotzdem nicht in Gefahr. Sollte das Ergebnis knapp werden, hätte die SPD die Möglichkeit, mit der Linkspartei.PDS oder der CDU zu koalieren. Bewusst hat Ringstorff auf eine Koalitionsaussage verzichtet.

Ringstorff engagiert sich erst seit der Wende politisch. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als promovierter Chemiker in der Industrie.

Seit Herbst 1990 ist er Mitglied im Landtag, wo er insgesamt sechs Jahre Fraktionsvorsitzender war. Bundesweites Aufsehen erregte er aber erst mit seiner Annäherung an die PDS. 1994 ließ er sich von Koalitionsverhandlungen noch abhalten und wurde für zwei Jahre Wirtschaftsminister einer großen Koalition. Gegen den Willen seiner Bundespartei setzte er dann aber nach der Wahl 1998 die Koalition mit der CDU nicht fortg und gründete die erste rot-rote Koalition auf Landesebene.

Entgegen vielen Erwartungen hielt die Koalition. Aus der Landtagswahl 2002 gingen Ringstorff und die SPD sogar gestärkt hervor und erneuerten das Bündnis mit der PDS. Allerdings kam es wiederholt zu schweren Krisen, in denen das Ende der Koalition drohte. Mitunter führte auch Ringstorffs Eigensinn zu politischen Turbulenzen wie bei der absprachenwidrigen Zustimmung im Bundesrat zur Rentenreform. Auch auf Grund solcher Vorfälle gilt Ringstorff als eigensinnig und stur.

Der plattdeutsch sprechende Ur-Mecklenburger gilt als Mann gründlich überlegter, aber einsamer Entscheidungen. Selbst Vertraute ließ der 66-Jährige lange im Unklaren, ob er ein drittes Mal antritt, nachdem er 2003 bereits den Parteivorsitz abgegeben hatte.

Ringstorff verweist im Wahlkampf immer wieder auf die wirtschaftspolitische Bilanz der SPD/Linkspartei-Regierung. "Unser Land ist in den letzten Jahren Schritt für Schritt voran gekommen", sagt er. Deutlich mehr als 300 Unternehmen seien in der zu Ende gehenden Legislaturperiode angesiedelt worden und hätten die wirtschaftliche Basis verbreitert. Neue Arbeitsplätze entstünden, und die Zahl der Arbeitslosen sei im Vergleich zum Vorjahr um 14 000 gesunken. "Unsere Ansiedlungspolitik der letzten Jahre war erfolgreich, so soll es weitergehen", meint der Regierungschef.

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