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29.12.2008 
Neuwahlen in Hessen

SPD-Spitzenkandidat schließt Große Koalition unter Koch aus

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel schließt die Bildung einer Großen Koalition unter Roland Koch als Ministerpräsident aus. Für die Sozialdemokraten im Land ist Koch ein absolutes "no-go" - und zwar weil er für alte Politik stehe.

Keine Chance für Koch: Die hessische SPD schließt eine Große Koalition mit ihm als Ministerpräsidenten aus. Foto: APLupe

Keine Chance für Koch: Die hessische SPD schließt eine Große Koalition mit ihm als Ministerpräsidenten aus. Foto: AP

HB KÖLN. Im Deutschlandfunk sagte Schäfer-Gümbel, seine Partei habe für die Neuwahl am 18. Januar ganz bewusst nicht gesagt, mit wem sie alles nicht koaliere. Viel mehr müssten bei einem entsprechenden Wahlergebnis die Inhalte entscheiden. "Es gibt einen einzigen Punkt, wo das nicht geht: das ist bei Roland Koch, und zwar bei Roland Koch als Person", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Auf Nachfrage bestätigte Schäfer-Gümbel ausdrücklich, dass dies heiße, eine Große Koalition komme nur ohne Koch in Frage. Wenn sich der Wiesbadener Regierungschef jetzt zum moralischen Gewissen Hessens aufspielt, sei das an Zynismus kaum zu überbieten. "Er hat jedes Mal, wenn es für ihn politisch eng wurde, gegen Minderheiten polemisiert. Er hat in der Schwarzgeld-Krise oder in dem Schwarzgeld-Skandal die jüdischen Vermächtnisse entdeckt."

Koch sei zwar fachlich sicherlich in der Lage, Verwaltungsvorgänge zu bearbeiten, "aber er hat dieses Land sozial und kulturell gespalten", fügte Schäfer-Gümbel hinzu und sagte: "Das ist der Punkt, warum wir sagen, hier ist ein "no-go". Der Ministerpräsident stehe für alte Politik, und deswegen gehe es mit ihm nicht." Der SPD-Spitzenkandidat räumte ein, das seine Partei nicht als Favorit in die Wahl gehe. Aber ob Schwarz-Gelb wirklich eine Mehrheit bekomme, bleibe abzuwarten.

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