SPD-Spitzentreffen zur K-Frage
Was will Gabriel?

Die Uhr bei der SPD tickt. Am Wochenende soll der Kanzlerkandidat auf der Bühne stehen. Ist es wie erwartet Parteichef Gabriel – oder gibt es eine Überraschung? Die Unruhe unter den Genossen nimmt zu.
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BerlinDer Druck auf Sigmar Gabriel wächst: Die engere Parteiführung der SPD will an diesem Dienstag bei einem vertraulichen Treffen in Berlin über die Kanzlerkandidatenfrage beraten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus SPD-Kreisen. An der Runde sollen unter anderem Parteichef Gabriel, Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz, der bisherige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Fraktionschef Thomas Oppermann und Generalsekretärin Katarina Barley teilnehmen.

Schulz hatte zuvor seine Teilnahme an einer Diskussion mit Abgeordneten abgesagt, die ein rot-rot-grünes Bündnis vorantreiben wollen. Offiziell wollen die Sozialdemokraten ihren Kanzlerkandidaten am Sonntag (29.1.) nominieren. Zur Auswahl stehen Gabriel, Schulz und Scholz.

Fraktionschef Oppermann hatte zuvor Medienspekulationen über einen Rollentausch mit Wirtschaftsminister Gabriel für den Fall von Gabriels Kanzlerkandidatur zurückgewiesen. „Einen solchen Tausch wird es nicht geben, ich bleibe Fraktionsvorsitzender“, sagte Oppermann am Montag in der ARD. Offen ist weiterhin, wann die SPD die Steinmeier-Nachfolge im Außenministerium klärt.

Am Montag bereitete die Parteispitze bei einer Sitzung die Vorstandsklausur am Wochenende vor. Dann will die SPD in Berlin bekanntgeben, wer bei der Bundestagswahl im September als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) antritt. Zu der Präsentation am Sonntag (ab 13.00 Uhr) können auch interessierte Bürger in die Parteizentrale kommen.

Gabriel hat als Parteichef den ersten Zugriff. Er zögert aber. Seit langem gibt es in der SPD Vorbehalte gegen ihn. Besonders groß ist die Sorge, dass es dem Vorsitzenden aufgrund seiner schlechten Beliebtheitswerte nicht gelingen könnte, die SPD bis zur Wahl aus dem Umfragetief von um die 21 Prozent herauszuholen. Unterschiedliche Meinungen kursieren in der Partei, ob Gabriel bei einem Verzicht den SPD-Vorsitz behalten kann oder nicht.

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