SPD über Manager-Gehälter „Unanständige Boni“

Die SPD ist im Umfragehoch. Mit einem Gerechtigkeitswahlkampf will Martin Schulz die Union angreifen. Doch eine Millionen-Abfindung bei VW könnte die Kampagne verhageln. Der Kanzlerkandidat musste reagieren.
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Die ehemalige SPD-Ministerin erhält nach gut einjähriger Tätigkeit für VW eine Abfindung von rund 13 Millionen Euro. Quelle: AP
Christine Hohmann-Dennhardt

Die ehemalige SPD-Ministerin erhält nach gut einjähriger Tätigkeit für VW eine Abfindung von rund 13 Millionen Euro.

(Foto: AP)

BerlinMit dem Slogan „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ will  SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in den Wahlkampf ziehen. Doch die Kampagne droht Schaden zu nehmen, weil der Fall der VW-Managerin und Parteigenossin Christine Hohmann-Dennhardt nicht recht zur Gerechtigkeitsdebatte passen mag. Das hat auch Schulz mittlerweile erkannt, auch wenn es etwas dauerte. Er distanzierte sich nun mit deutlichen Worten: „Leute, die unserer Partei angehören und für 13 Monate zwölf Millionen kriegen, halte ich nicht für gerechtfertigt. Ich sage in aller Klarheit, dass ich damit nur schwer leben kann.“

Hohmann-Dennhardt erhält nach gut einjähriger Tätigkeit für VW eine Abfindung von rund 13 Millionen Euro. Die ehemalige SPD-Ministerin bestätigte selbst, dass die Summe eine Entschädigung dafür enthalte, dass sie vorzeitig aus dem Vorstand von Daimler ausgeschieden war, um Anfang 2016 zu VW wechseln zu können. Der Vorgang ist umso pikanter als dass der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) qua Amt dem VW-Aufsichtsrat angehört, der Millionenabfindung also zugestimmt hat.

Am Montag nun stellte sich die SPD-Führung demonstrativ hinter Schulz. „Im Namen der gesamten Parteispitze unterstütze ich ausdrücklich die deutliche Stellungnahme von Martin Schulz zu den horrenden Managergehältern“, sagte SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel in Berlin. „Überhöhte, unangemessene und damit unanständige Vergütungen und Boni sind aus unserer Sicht nicht gerecht“, betonte Schäfer-Gümbel.

Er mühte sich auch, die Auswirkungen für Schulz klein zu reden. „Schadet diese Debatte dem Kanzlerkandidaten der SPD?“, fragte der SPD-Vize demonstrativ, um dann zu sagen: „Nein, weil der Kanzlerkandidat und die Sozialdemokratie völlig unabhängig davon, um wen es hier geht, klipp und klar sagen, dass millionenschwere Abfindungen und Gehälter weder in die Zeit passen, noch unserem Anspruch an den gesellschaftlichen Zusammenhalt gerecht werden.“

Zugleich kündigte die SPD an, gesetzlich gegen hohe Managerbezüge vorzugehen. „Wir brauchen ein Stoppschild in den Vorstandsetagen gegen die goldenen Nasen“, forderte Schäfer-Gümbel. Wenn es nach der SPD gehe, könne es noch in dieser Legislaturperiode eine Regelung geben. Die SPD-Bundestagsfraktion wolle hierzu in den kommenden Wochen einen Gesetzentwurf vorlegen.

Demnach sollen Vorstandsgehälter nicht mehr vom Unternehmen bei der Steuer abgesetzt werden können, soweit sie 500.000 Euro jährlich überstiegen. „Das bedeutete, dass Steuerzahler diese horrenden Gehälter nicht auch noch finanzieren“, so Schäfer-Gümbel. Die Vertragsfreiheit der Unternehmen werde aber nicht gesetzlich beschnitten. Es gehe um eine „Rahmensetzung“. Zudem fordert die SPD ein festes Verhältnis zwischen Maximalvergütung von Vorständen und Managern auf der einen Seite und den Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer auf der anderen Seite. Das Vergütungssystem bei Aktiengesellschaften soll nach dem Willen der Genossen künftig auf der Hauptversammlung beschlossen werden, auf Vorschlag des Aufsichtsrats.

„Wir wollen dafür sorgen, dass künftig stärker Regressansprüche angemeldet und durchgesetzt werden können für den Fall, dass Führungskräfte hinreichend Mist gebaut haben“, betonte Schäfer-Gümbel zudem. Er verwies auf Fehlleistungen, die Unternehmen in Schieflage brächten oder zu Arbeitsplatzverlusten führten. Es könne auch noch weitere Instrumente geben. „Dazu sind wir gesprächsbereit mit der Union“, kündigte Schäfer-Gümbel an. „Wir wollen da wirklich ernsthaft ran.“

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17 Kommentare zu "SPD über Manager-Gehälter: „Unanständige Boni“"

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  • Dieses gegeifere des sozialistischen Mobs ist unerträglich. Wovon, wenn nicht von Dividenden, Bonis und andere armseligen Erträgen soll man in Deutschland eigentlich leben. Von Hatz und kalter HV-Wurst oder bleibt für Leistungsträger wie mir gar nur die Flucht mit Briefkasten in die USA ? Spenden für den Flüchling:
    http://www.Hilf_den_Finken_bei_der_Flucht.html

  • @Herr Grutte Pier

    Wenn man den aktuellen Umfrageergebnissen glaubt, dann beweisen diese, dass die "Wähler" tatsächlich glauben, dieser Schulz könne es besser machen.

    Sogar besser als Merkel (was in der Tat keine groß erwähnenswerte Leistung wäre).

  • @Herr Gerd St

    Zuvor wäre ja sicher erst einmal zu klären, wer den Vertrag gekündigt hat.

    Aber da Sie ja der Abfindung das Wort reden, können Sie mir sicher ganz konkret sagen, wieso die SPG-Genossin einen Abfindungsanspruch hat.

  • Man sieht in den Foren wenige Stimmen pro Martin Schulz.. Lesen einfache Menschen keine Zeitungen? Oder sind die Zahlen über die Zustimmung zu Schulz vielleicht nicht ganz echt ? Schulz hat aus Brüssel nichts vorzuweisen, also warum glaubt er , dass er das Rad neu erfunden hat?

  • Die falsche Zunge dieses Heuchel-Kanzlerkandidaten ist einfach widerwärtig.

    Wenn das, was dieser Raffke in diesem Video von sich gibt, nicht unanständig ist, gibt es in der SPD keinen Anstand mehr. Neu wäre das in der Hartz-IV-Partei ja nicht.

    https://www.youtube.com/watch?v=h7yAlGvJF54

    Und die mit Zustimmung der SPD-Landesregierung in Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat von VW gezahlten Millionenbeträge an eine SPD-Parteifreundin lassen schön grüßen, Herr Schulz-Raffke.

  • die einzige Partei die die ganze merkwürdige Parteienfinanzierung auf den Prüfstand stellen will ist die AfD. Die ganzen Parteibonzen leben doch auf Kosten der Steuerzahler. Alle bestens alimentiert und vollversorgt. Was soll also der Geiz. Ein sehr durchsichtiges Manöver um sich beim kleinen Mann einzuschleimen. Schafft doch einfach die ganze Parteienfinanzierung ab. Parteimitglieder sollen doch ihre Spitzenfunktionäre bezahlen. Erst dann werden sie merken, dass die ihr Geld nicht wert sind.

  • Gerade der gescheiterte Buchhändler und Alkoholiker aus Würselen, der welcher jeden Tag über 300 Euro an Sitzungsgeld zusätzlich bezog, auch im Urlaub, auch Samstag und Sonntag, ja, genau der macht jetzt dicke Backen,
    Als Chef der SPD- Sie Plündern- Deutschland passt der ganz hervorragend.

  • Die Hartz4 Partei kümmert sich jetzt um irgend welche Boni. Was für ein Glück für
    die Arbeitnehmer, könnte man doch die ein oder andere Million verlieren, insbesondere beim Putzen oder als Leiharbeiter. Wie gut das es die Partei für Gerechtigkeit, Gleichheit u.s.w. gibt, die eiseren an ihren über 150 jährigen Auftrag festhält.

  • Egal ob rot oder schwarz: Wenn man an der Macht ist, ist alles anders. Die Abfindung der Dame bei VW ist auch von den SPD Aufsichtsräten durchgewunken worden. Und was haben die Arbeitnehmervertreter im AR gesagt? Außerdem ist die SPD noch in der Regierung und hat in den ganzen letzten Jahren (mit Ausnahme von schwarz gelb der letzten LP) alles mitgetragen, was Herr Schulz nun beklagt. Ein Gerechtigkeitswahlkampf kann leicht nach hinten losgehen. Herr Schulz kann gut zuhören, also los... und dann bitte die Themen, die die arbeitende Mittelschicht und den Mittelstand aktuell wirklich bewegen.

  • die ganzen SPD Leute sind genauso unglaubwürdig wie ihre Politik. Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, die Blamage offenkundig und nicht mehr unbter Decke zu halten ist kritisieren die Leuchttürme der SPD diese Schandtaten, an denen sie selbst mitgewirkt haben (im AR von VW). Schulz glaubt auch mit immer mehr heißer Luft wird er glaubwürdiger. Die kleinen Leute werden es ihm schon abnehmen bis sie drauf kommen, dass er sie genauso hinter die Fichtegeführt hat wie alle anderen Oberindianer vor ihm.

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