SPD und CDU setzen zusätzliche Wahlveranstaltungen für Samstag in Nordrhein-Westfalen an
Parteien spitzen Lagerwahlkampf zu

Die FDP will nur mit der Union, die Grünen nur mit der SPD, die Union nicht mit der SPD und umgekehrt, keiner mit den Linken - und alle warnen vor der großen Koalition. Geradezu verzweifelt versuchen die Parteien den Wählern ihre Wunschkoalitionen schmackhaft zu machen. Doch die Umfragen sprechen weiter eine andere Sprache.

HB BERLIN. Leicht steigende Umfragewerte für die SPD haben im Wahlkampfendspurt Koalitions-Spekulationen weiter angeheizt. Union, FDP und die Grünen warnten vor einer großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Die wäre eine Katastrophe für Deutschland, sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder. Für die Grünen wäre ein Bündnis aus Union und SPD eine "Stillstandskoalition", in der sich "Erneuerungsblockierer" zusammenfänden. Wie die FDP lehnten auch die Grünen eine Ampelkoalition strikt ab. Auch die Union und die Linkspartei seien keine denkbaren Partner. Eine Neuauflage von Rot-Grün oder die Opposition seien die einzigen Optionen, sagte Parteichef Reinhard Bütikofer am Montag in Berlin. CDU-Generalsekretär Volker Kauder und SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter antworteten ausweichend auf Fragen nach einer großen Koalition. Die beiden großen Parteien setzten zusätzliche Wahlveranstaltungen für Samstag in Nordrhein-Westfalen an.

Kauder kündigte an, die CDU werde in den letzten Tagen des Wahlkampfes ihre Angriffe auf den Gegner verstärken. So solle auf alle Großplakate eine Warnung vor einer Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei aufgeklebt werden. Angesichts sinkender Umfragewerte für eine schwarz-gelbe Koalition verstärkt auch die CSU ihre Kampagne gegen ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis. Söder kündigte ein neues Plakat mit dem Aufruf "Stoppt Rot-Rot-Grün" an. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte im RBB-Inforadio, wer sich in Sachsen-Anhalt von der PDS habe tolerieren lassen und in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mit ihr regiere, werde sich auch auf Bundesebene tolerieren lassen.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte der "Neuen Presse": "Eine große Koalition wäre schrecklich für das Land, weil sie jahrelangen Stillstand bedeuten würde. SPD und CDU liegen Welten auseinander." Sachsen-Anhalts Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU) sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", eine große Koalition sei nicht erstrebenswert. Man werde kämpfen, um dies zu verhindern. Söder warnte, eine große Koalition ohne Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) würde die SPD zur instabilen Partei machen. "Das wäre der wandelnde Vermittlungsausschuss."

Söder sprach sich klar gegen eine große Koalition aus. "Eine große Koalition schafft große Probleme", sagte er in München. Nur eine schwarz-gelbe Regierung unter der Kanzlerkandidatin Angela Merkel könne Deutschland wieder Wachstum und Arbeitsplätze bringen. Für ein solches Bündnis gibt es den Umfragen zufolge derzeit aber keine Mehrheit. Hingegen antwortete CDU-Generalsekretär Kauder in Berlin ausweichend, als er auf die Möglichkeit eines Bündnisses von Union und SPD angesprochen wurde. Er gehe von einer Mehrheit für ein schwarz-gelbes Bündnis aus, sagte er lediglich. Ähnlich verhielt sich SPD-Generalsekretär Benneter. Die SPD kämpfe dafür, dass Gerhard Schröder Kanzler und die SPD stärkste Partei blieben. "Wir schwätzen nicht über andere Dinge", sagte er dem Sender n-tv.

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