SPD und Grüne glätten ihren Koalitionsstreit Schröder traut nur Müntefering

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SPD-Nachwuchs drängt in Bundestag

Nach einer möglichen Wahlniederlage dürfte die SPD-Bundestagsfraktion um etliche Abgeordnete schrumpfen. Gleichwohl kann Fraktionschef Franz Müntefering mit hoher Wahrscheinlichkeit einige prominente Neuzugänge im Parlament begrüßen. So hat der ebenso schwergewichtige wie streitbare Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen, Sigmar Gabriel, das Ticket für Berlin praktisch in der Tasche. Seit zwei Jahren drückt er in Hannover die harte Oppositionsbank. Nun soll er den Wahlkreis des parlamentarischen Geschäftsführers Wilhelm Schmidt in Salzgitter übernehmen, der mit Erststimmen-Ergebnissen deutlich über 50 Prozent als „sichere Bank“ für die Sozialdemokraten gilt.

Nach 18 Jahren im Bundestag will sich der bescheidene Strippenzieher Schmidt auf seine sozialen Ehrenämter konzentrieren. Als Bundesvorsitzender leitet er die Arbeiterwohlfahrt. Offiziell entscheiden die Delegierten in Salzgitter erst am 25. Juni, doch der 45-jährige Gabriel hat das Angebot schon „grundsätzlich positiv“ bewertet.

Eine Verjüngung der Fraktion würde auch der Einzug von Andrea Nahles bringen. Die Parteilinke hatte 2002 das Mandat knapp verfehlt. Dieses Mal ist der 34-Jährigen einer der aussichtsreichen Listenplätze in Rheinland-Pfalz sicher. Ihre Chancen sind noch gestiegen, nachdem der bisherige Spitzenkandidat Rudolf Scharping sich gegen eine erneute Kandidatur entschieden hat. Am 16. Juli wird die Landesliste aufgestellt. Dass die Vorkämpferin der Bürgerversicherung ihren Wahlkreis in Ahrweiler direkt holen könnte, gilt hingegen als eher unwahrscheinlich.

Noch zittern muss der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, der die theoretischen Grundlagen für die Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen in eine Bürgerversicherung erarbeitet hat. Der 42-Jährige Professor würde gerne versuchen, sein Modell in der Praxis umzusetzen und strebt daher ebenfalls in den Bundestag. Müntefering unterstützt die Kandidatur, da aus Altersgründen die Gruppe der SPD-Gesundheitspolitiker arg schrumpfen wird. Doch bislang hat der Kölner Lauterbach in Nordrhein-Westfalen noch keine Zusage für einen „sicheren“ Wahlkreis. „Das entscheidet sich in den nächsten 14 Tagen“, heißt es in Parteikreisen.

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