SPD und Union
Nach Parteikonvent rasche Gespräche erwartet

Nach der Abstimmung des SPD-Parteikonvents dürfte es schnell gehen. Nun geht es darum, was sich die Parteien abtrotzen wollen. Besonders unter Druck ist die SPD – ihr schlägt ein steifer Wind von der Basis entgegen.
  • 7

BerlinKnapp eine Woche nach der Bundestagswahl bahnen sich erste Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD an. Nach dem überraschend einmütigen Beschluss eines SPD-Parteikonvents am Freitagabend in Berlin sieht die SPD aber noch viele Hürden für ein Bündnis mit CDU/CSU. „Wir messen alles, worüber wir sprechen, daran, dass der Politikwechsel, für den wir gekämpft haben im Wahlkampf, dass der realisiert werden kann“, sagte Vorstandsmitglied Ralf Stegner. Grundlage soll das SPD-Bundestagswahlprogramm sein.

Erwartet wird eine erste Sondierungsrunde Anfang kommender Woche. Kommt es im Anschluss zu wochenlangen Koalitionsverhandlungen und einem Koalitionsvertrag sollen erstmals die rund 470 000 Mitglieder darüber mitentscheiden. Das Votum soll politisch bindend sein. Das genaue Prozedere ist aber noch unklar.

Das Votum soll möglichst vor dem Bundesparteitag am 14. November in Leipzig abgeschlossen sein, um dann dort eine etwaige große Koalition abschließend billigen zu können. Neben der SPD stellen sich aber auch die Grünen auf Sondierungsgespräche mit der Union ein.

„Ich bin erleichtert. Aber ich bin nicht glücklich“, betonte Generalsekretärin Andrea Nahles. „Glücklich kann man in dieser Situation, glaube ich, nicht sein. Wir haben eine schwierige Lage.“

Die Mehrheit an der Basis sei sehr skeptisch. Parteichef Sigmar Gabriel sagte, man gehe selbstbewusst in die Gespräche. Die SPD mache mit dem Beschluss aber „nicht den Weg frei für Koalitionsverhandlungen“. Es gab fünf Stimmen gegen den Beschluss.

Seite 1:

Nach Parteikonvent rasche Gespräche erwartet

Seite 2:

Kampf um Themen kann beginnen

Kommentare zu " SPD und Union: Nach Parteikonvent rasche Gespräche erwartet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hallo Aussenstehender

    eigentlich geht es nicht ums meckern...

    es geht darum wie man zu seinen Grundüberzeugungen steht und in wieweit man akzeptiert, dass das Führungspersonal diese auf dem Altar der persönlichen Eitelkeiten und Karrieren opfert - nicht mehr und nicht weniger.

    Frau Merkel hat augenscheinlich einen Regierungsauftrag, wenn die anderen Ihren Kurs nicht wollen, ist das doch OK, das hat nichts mit irgend einer Verweigerung zu tun. Dann soll sie einfach eine Minderheitsregierung bilden (dann lernt Sie das auch), ist ja kein Beinbruch. Will Sie das dann auch nicht kann Sie ja einfach abdanken, dann gibts Neuwahlen ... find ich auch nicht schlecht - wählen wir halt noch mal! Es sind ja viele Unionisten der Meinung dann würden die Sozen und Grünen für Ihre angeblich "Verweigerunshaltung" (was ist das eigentlich) abgestraft und der Schwanz des Hundes (auch FDP genannt)käme dann diesmal in den Bundestag. Na wenn es so ist .. Frau Merkel und Ihre Unionisten, dann kann Ihnen ja nichts besseres passieren... Vielleicht ist es ja aber ganz anders und die AfD, befreit von der 3% vorhersagebürder zieht in den Bundestag ein ... ja dann gute Nacht CDU und Merkel...

  • @Ohh_Jehhh
    Hallo Liebe SPD ... mal sehen wie Ihr Euch wieder verbiegen lasst?
    ====================
    Erst einmal abwarten ob es überhaupt zu einer Koalition kommen wird, die Basis der SPD scheint derzeit eher abgeneigt zu sein. Abgesehen davon, egal wie eine mögliche Einigung auch aussehen mag, irgendjemand wird immer was zu bemängeln haben. Entweder ist die SPD der CDU nicht weit genug entgegen gekommen, oder die SPD hat sich von der CDU über den Tisch ziehen lassen, im Idealfall haben CDU und SPD Anhänger gleichermaßen zu meckern, was im Übrigen so richtig typisch Deutsch ist, denn meckern gehört in Deutschland zum „guten“ Ton.

  • Hallo Liebe SPD ...

    mal sehen wie Ihr Euch wieder verbiegen lasst?

    man vergisst schon jetzt die zentrale Forderung nach einer Bürgerversicherung...

    oder fordert halt einfach : wir gehen in eine große Koalition ABER nicht mir der Merkel als Kanzlerin ...

    Die CDU soll gefälligst eine fachlich geeignetere Person präsentieren ... Merkel kann nur was sie bei der FDJ und beim "Verfassungsbrecher" Kohl gelernt hat..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%