SPD und Union zu Deutscher Bahn
Bahnchefs sollen bei Verspätungen weniger verdienen

In der Arbeitsgruppe Verkehr haben sich Union und SPD auf neue Ziele für die Bahn geeinigt. Dabei geht es um weniger Schienenlärm und neue Anreize für den Vorstand. Unpünktliche Züge sollen Gehaltseinbußen bedeuten.
  • 5

BerlinUnion und SPD wollen dafür sorgen, dass die Deutsche Bahn künftig pünktlich und zuverlässig fährt. „Wir werden die Geschäftspolitik noch stärker an diesen Zielen ausrichten, ohne die Wirtschaftlichkeit infrage zu stellen“, berichtet das Handelsblatt (Dienstagausgabe) und beruft sich dabei auf das Ergebnispapier der Koalitionsarbeitsgruppe Verkehr. Die Vorstandsboni sollen „an das Erreichen der genannten Ziele gebunden sein“, heißt es in dem Papier, das der Zeitung vorliegt. Nötig sei dazu, „das Steuerungskonzept für die DB AG unter Berücksichtigung des Aktienrechts“ zu überarbeiten.

Beide Seiten wollen Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Der Bahnverkehr ab 2020 soll aber nur noch halb so laut sein wie heute. „Den Schienenlärm wollen wir bis 2020 deutschlandweit halbieren“, heißt es in dem Abschlusspapier, dass am Montag in der großen Koalitionsrunde präsentiert werden sollte. Um das Ziel zu erreichen, sollen zum einen laute Güterwagen ab 2020 das deutsche Schienennetz nicht mehr befahren dürfen. Bereits bis zum Jahr 2016 soll „mindestens die Hälfte“ der Züge umgerüstet werden. Sollte dies nicht gelingen, sehen Union und SPD „ordnungsrechtliche Maßnahmen auf stark befahrenen Güterstrecken“ vor, etwa „Nachtfahrverbote für nicht umgerüstete Güterwagen“, wie es weiter heißt.

Die in der vergangenen Legislaturperiode bereits verschärften Lärmgrenzwerte sollen künftig nicht nur für Neubaustrecken gelten, sondern „auch für umfassende Streckenertüchtigungen im Bestandsnetz“, für die ein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Neben dem deutschen Förderprogramm zum Umrüsten auf die sogenannten „Flüsterbremsen“ wollen sich Union und SPD auch für ein Förderprogramm auf EU-Ebene einsetzen.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " SPD und Union zu Deutscher Bahn: Bahnchefs sollen bei Verspätungen weniger verdienen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Du weißt aber schon, dass das alles geschätzte Zeiten sind:

    Beispiel:

    Notarzteinsatz: Notarzt zum Mann mit Herzinfarkt: "Wie lange brauchen Sie noch bis es Ihnen besser geht, damit ich dies an das Zugpersonal weitergeben kann und diese die Information weiterleiten können..."

    Oder 100 Fahrgäste steigen an einer Tür ein. Zugpersonal zu Fahrgästen: "Wie lange haben Sie noch vor im Gang zu stehen ohne weiterzugehen, damit ich diese Information an die Fahrgäste am Bahnsteig weitergeben kann?"

    Glaub mir, auch die Bahn macht die Verspätungen nicht absichtlich. Und auch der Vorstand kann die Verspätungen in 99% der Fälle nicht verhindern, da nunmal fast alle Verspätungen Fahrgastbedingt sind oder Folge von Wettereinflüssen unterliegen. Zur Zeit gibts da noch keine zuverlässige Lösung.


  • Gerade heute habe ich wieder einmal die völlige Unfähigkeit der Mitarbeiter der Bundesbahn zu spüren bekommen.
    *
    Ein ICE von Berlin Hbf. wurde erst nach geraumer Wartezeit auf dem zugigen kalten Bahnsteig zunächst mit 35 Minuten Verspätung angezeigt. Nachdem 35 Minuen verstrichen waren, wurden 40 Minuten Verspätung angezeigt.
    *
    Natürlich warteten die frierenden Gäste geduldig weiter und trauten sich nicht den Bahnsteig zu verlassen.
    *
    Nach 40 Minuten wurden 45 Minuten angezeit, dann 50 Minuten und schließlich 60 - 70 Minuten ausgerufen bis der Zug endlich eingefahren kam.
    *
    Wie unfähig bzw. Kunden-unfreundlich darf ein Betrieb eigentlich sein? Man weiß doch wo der Zug sich gerade befindet und kann darauf seine Ankunftzeit recht präzise angeben.

  • Oh mein Gott, das darf doch alles nicht wahr sein.
    Wie viel geballte Ladung Blödheit ist da eigentlich vesammelt?
    Man kann sich nur noch an den Kopf langen.
    Ich würde der Bahn raten, laßt alle Züge sehen, die Politiker sollen die steuern
    Ein ganzer Kindergarten benimmt sich ja besser und schlauer als diese Möchtegern-Politiker

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%