Wirbel um Pimco-Bericht zu Zypern

SPD verlangt Einsicht
Wirbel um Pimco-Bericht zu Zypern

Zypern hofft auf Hilfe in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Doch der Bedarf der Banken ist noch unklar. Ein Vermögensverwalter sollte das prüfen. Dass die Ergebnisse noch nicht öffentlich sind, stößt in Berlin auf Kritik.
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BerlinDer haushalspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Bundestag über die Ergebnisse eines von der Fondsgesellschaft und Allianz-Tochter Pimco erstellten Berichts zum Kapitalbedarf der zyprischen Banken zu informieren. Es sei „ein Skandal, dass dem Bundestag immer noch nicht die Untersuchung von Pimco zur Lage des Finanzsektors in Zypern vorliegt“, sagte Schneider Handelsblatt Online. „Entweder passt einem der Auftraggeber das Ergebnis nicht oder es ist so katastrophal, dass eine Veröffentlichung vor den Wahlen aus politischen Gründen unterbleiben soll.“ Da der Bericht aber zumindest in der Euro-Gruppe erörtert worden sei, sei die Bundesregierung dem Parlament zur Auskunft verpflichtet.

Der Untersuchungsbericht von Pimco sollte dem Vernehmen nach am Montag dieser Woche den Euro-Finanzministern präsentiert werden. Die Ergebnisse sind auch deshalb relevant, da der Bundestag ein etwaiges Hilfspaket für Zypern absegnen müsste, sollte es dazu kommen.

Für inakzeptabel hält der SPD-Chefhaushälter Schneider in diesem Zusammenhang die Position von EU-Währungskommissar Oli Rehn, der erklärt hatte, man arbeite nicht an einer Beteiligung des Privatsektors an einem Rettungspaket für die Insel. „Für die SPD ist klar, dass es einen Hilfskredit für Zypern nur geben kann, wenn vorher die Krisenverursacher und Profiteure des zypriotischen Geschäftsmodells wesentlich an den Kosten beteiligt werden“, sagte Schneider. Ohne eine effektive Beteiligung des in Zypern liegenden Kapitals an der Sanierung des Landes könne es keine Hilfe des Euro-Rettungsschirms ESM geben. „Wir werden nicht mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die Einlagen von russischem Schwarzgeld bei den zypriotischen Banken absichern.“

Schneider hält es zudem für notwendig, das bisher genannte Volumen für einen Hilfskredit von 17 Milliarden Euro zu reduzieren, weil dadurch eine nicht tragfähige Schuldenlast entstehen würde. „Dann wären Kredite keine Kredite mehr, sondern Transferzahlungen“, sagte der SPD-Politiker.

Rehn begründete sein Nein zu einem Schuldenschnitt für Zypern nach dem Vorbild Griechenlands, dass die Griechen „ein besonderer Kandidat und ein Einzelfall“ gewesen seien. Unklar blieb allerdings, ob Inhaber von Konten bei zyprischen Banken mit Verlusten rechnen müssen - ein Schritt, den Zypern ablehnt. Hierzu äußerte sich Rehn nur ausweichend. Ziel sei eine gerechte Lastenverteilung bei der Sanierung der Banken. "Wir arbeiten an einer Lösung für Zypern, die sowohl eine Schuldentragfähigkeit als auch die finanzielle Zukunftsfähigkeit sichert", sagte Rehn.

Kommentare zu "Wirbel um Pimco-Bericht zu Zypern"

Alle Kommentare
  • Sein Land werde von seinen EU-Partnern vor allem mit dem Vorwurf der Geldwäsche in die Ecke gedrängt, sagte der scheidende Präsident Demetris Christofias.
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    Zunächst muss einmal geklärt werden, ob diese durch und durch korrupte Insel überhaupt systemrelevant ist. Auch muss klar sein, in welchem Umfang Zypern an Geldwäschegeschäften beteiligt ist, um überhaupt auch nur einen müden Cent von uns erwarten zu können. Vorher geht gar nichts, absolut gar nichts!

  • Die SPD ist grundsätzlich für den sog. "Hilfs"kredit über 17 Milliarden Euro an Zypern. Die CDU auch.
    Einzelne Politiker dürfen aber kritisch "tönen", damit der Bevölkerung signalisiert wird, dass es eine schlimme Sache ist, wenn sich Banken so schamlos am Geld der Steuerzahler bedienen. Geändert wird es aber nicht.

    Zypern ist nicht systemrelevant ud hat als kleine Insel mit geringer Bevölkerungszahl ein Megabankensystem aufgebaut. Das soll nun "geschützt" werden und der zypriotischen Bevölkerung ein gigantisches Schuldenei ins Nest gelegt werden - finanziert von EU-Steuerzahler.

    Es ist schlicht volkswirtschaftlich krank so zu verfahren.
    Es zeigt auch wie die Macht austariert ist und macht Politiker zu Abnickclowns. Nachhaltige Arbeitsplätze werden in der Realwirtschaft erbracht und nicht in Banken, die das Geld Weniger mit hohen Risiken mehren wollen. Banken sehen das natürlich anders.

    Es ist schicht erschütternd. Industrie und kleine Unternehmen müssen pleite gehen und werden als nicht systemrelevant bezeichnet. Bei der "Bankenindustrie" lebt es sich völlig anders mit völlig anderen Bedingungen.

  • Zypern hat Gasvorkommen im Wert von 600 Milliarden. Dieses Vermögen soll in dunkle, private Kassen fließen. Zeitgleich soll der deutsche Steuerzahler die Schäden durch Korruption und Faulheit zahlen. Und somit Korruption und Faulheit aufrecht erhalten.

    Verbrecher wie Geldkoffer-Schäuble freuen sich sogar über solche Zustände.

  • Einfach überweisen, wir habens doch. Nicht immer so kritisch sein! Haut gleich 20 Mrd. raus und wenns nicht reicht legen wir noch eins drauf. So, nachdem das geklärt ist, was ist eigentlich mit Spanien? Lasst uns da auch gleich Geld raushauen. Je eher es zu einem Totalzusammenbruch in Europa kommt, desto besser. Ich empfehle jedem einen eigenen Gemüsegarten und ein Schwein im Stall. Das war schon im zweiten Weltkrieg nicht schlecht.

  • Da gebe ich Ihnen Recht, hier in EU wird es noch richtig krachen! Leider wohne ich in einem Plattenbau wo das Leben nach dem Zusammenbruch nicht mehr so romantisch sein wird ;-)
    Eine 9mm zum Selbstschutz oder mind. Gummigeschosse! :-)

  • Zypern ist ein Mitbegruender des ESM, und hat seinen Anteil an seinen Kapital bereits bezahlt. Desweiteren, hat ZY selbst Verblindlgichkeiten von sowohl Schulden als auch Garantien wegen der Eurozonenhilfe an IE,PT, und GR akkumuliert. Zu guter letzt sind Zyperns Einnahmen und Bezahlungen an den EU-Budget im Prinzip gleich. Die dummen sind nicht die deutschen Steuerzahler sondern die undwichtigen zypriotischen Steuerzahlen, die die ganze Zeit selbst bezahlt haben, aber wenn sie jetzt selbst Hilfe brauchen heisst es sie sind nicht systemrelevant!

  • "Ziel sei eine gerechte Lastenverteilung bei der Sanierung der Banken."

    Und warum sollte der Steuerzahler dann zahlen bzw. bürgen? Ist das in den Augen von Herrn Rehn "gerecht"?

  • Wir haben schön Geld gewaschen.
    Das hat prima geklappt. Auch gingen unsere Immobilienpreise in die Höhe.
    Wir waren also reich.
    Jetzt klappt das irgendwie nicht mehr.
    aber da wir Banken total wichtig sind, dürfen wir nicht pleite gehen, denn schliesslich, wo sollen denn Schulden gemacht werden, wenn nicht bei uns.
    Die Russkies haben ihren Cash auch schon teilweise abgezogen. Uns fehlt also Liquidität und Solvenz auch. Aber dafür gibt es ja Steuerzahler.
    Die deutsche Vierparteien werden uns sicher helfen.
    Sipersache das mit den Rettungspaketen. Wenn das Paket da ist, dann werden wir alle unser Geld abheben.Sicher ist sicher. Dann brauchen wir aber ein neues Paket. Danach wird alles wieder gut.

  • Was soll dieses politische Würstchentheater? Die russisch, jüdischen Oligarchen-Einlagen müssen alternativlos gerettet werden. Das BRD-Reichsministerium zahl! ....und die SPD und die Grünen werden bedingungslos zustimmen.

  • Es wird so getan, als bräuchte Zypern Geld.
    Die Banken brauchen aber nur neue Kreditnehmer, um das Betrugssystem aufrecht zu erhalten.
    Madoff in den USA ist auch erst aufgeflogen, als keine neuen Einzahler mehr kamen, um die bestehenden Kunden auszuzahlen.
    Also verpasst man Deutschland einen Zwangskredit und das Kreditsystem funktioniert wieder für ein paar Monate.
    Die Banken auf Zypern können jederzeit Geld in beliebiger Menge drucken, aber sie brauchen einen, der es ihnen als Kredit abnimmt und dafür Zinsen zahlt.
    Um Deutschland effektiv auszubluten, braucht man die Steuerzahler als Bürgen, die dann am Ende Bahnhöfe, Wasserwerke etc. wie bei Monopoly billig verkaufen müssen, um die angebliche Insolvenz abzuwenden.

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