Deutschland

Diskussion: Kommentare zu: „Spanien-Hilfe nicht mit deutschen Blankoschecks“

Karikatur eines Community-Trolls

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
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  • 28.05.2013, 14:59 UhrInnok

    Wieso braucht Spanien Geld direkt aus Deutschland?

    Der Lira- Politiker Draghi druckt so viel billiges Geld, dass keiner weiss wohin damit.
    Spanien soll eine eigene KfW gründen, sich das Geld bei Draghi holen und den eigenen Mittelstand mit dann eigenem Geld unterstützen. Dann liegt das Risiko in Spanien, da wo es hingehört.



    • 28.05.2013, 15:14 Uhrhafnersp

      @Innok

      ich sag es nur ungern (weil es politisch für uns besser ist die EZB unter Druck zu halten), aber der "Lira-Politiker" Draghi druckt vergleichsweise wenig "Geld" und im letzten Jahr oder so gar keines - im Gegenteil, die Bilanz ist zeitweise geschrumpft (während FED und vor allem die BoJ massiv ausweiten - es ist mein Eindruck, daß sich die großen Zentralbanken absprechen und abwechselnd inflationieren, aber das ist eine andere Geschichte).

      Der Draghi spricht hingegen sehr viel darüber welch schrecklich hyperinflationäre Maßnahmen er ergreifen wird und der "good cop" Weidmann haut ihn dafür kräftig vor den Kameras, und warnt entschieden vor Inflation. Mein Eindruck ist, daß man mit diesem Good-cop-Bad-cop-Spiel versucht, in der Bevölkerung Inflationsängste zu erwecken, damit diese die Geldscheine unterm Kopfkissen hervorholt (sich die Geldgeschwindigkeit erhöht) und die EZB eben gerade nicht übermäßig viel Geld selber drucken muß um den Kreditkollaps damit zu stemmen.

      Insgesamt macht die EZB unter dem Italiener Draghi BISLANG eine sehr solide Geldpolitik, vor allem wenn man die Umstände berücksichtigt, unter der sie arbeiten muß (Übergewicht der Südstaaten). Das ist natürlich keine Garantie, daß dies künftig so bleibt - zumal sie letztlich auch nur eine politische Organisation ist.

    • 28.05.2013, 15:25 UhrMazi

      Der Argumentation ist nur schwer zu folgen. Ich denke, dass es auch eine Argumenation aus dem Ärmel ist, die zugegeben sehr gut vorgetragen ist.

      Wie viele Bundesbürger glaube ich Ihnen kein Wort. Und wenn die Glaubwürdigkeit einmal verloren ist, dann können Sie schreiben und sagen was Sie wollen.

      Das ist m. E. sogar das größte Problem vor dem die deutsche Politik heute steht. Dazu hat auch Herr Schäuble in Person, mit seiner Vita großes beigetragen.

    • 28.05.2013, 17:09 UhrAnleihenspezialist

      Lieber @Innok,

      zu deiner Frage "Wieso braucht Spanien Geld direkt aus Deutschland?".

      Spanien braucht massiv Geld aus dem ESM. Bis heute wird der jetzige Abschreibungswert der Immo - Blase verschwiegen. Das heißt die Banken sind in Spanien eigentlich Megapleite. Der spanische Staat kann nicht nochmal finanziell einspringen, da Er nun selbst massiv überschuldet ist. Des WEiteren haben die spanischen Banken von der EZB über Herrn Draghis Bazookas ca. 500 Milliarden Euro erhalten. Rückzahlung in 3 Jahren an die EZB!!! Diese wahren dafür gedacht, dass die Kreditvergabe wieder angekurbelt wird. Natürlich haben die Banken Staatsanleihen von Spanien gekauft und zocken mit dem Geld an den Börsen. In der Realwirtschaft ist aber nichts angekommen, weil einfach bei den meisten Firmen und Privatpersonen die Bonität im Eimer ist und so sieht es in der fast gesamten EURO - ZONE aus.

      Deshalbt kommt nun der weiße Ritter Deutschland und die lieben Steuerzahler haften wieder, da auch diese Geld nie zurück gezahlt werden muß.

      Kündigt Eure LV/RV + Riester und nehmt den Rückkaufswert noch als Schmerzengeld mit, den der Paragraph – VAG § 89 (bitte googeln) wird in den nächsten Monaten angewendet.

      Die deutschen Versicherer sind mit 90% in Staatsanleihen involviert und müssen das sogar über eine Bundesbehörde mit Hauptsitz in Düsseldorf, die den Ankauf von Staatsanleihen überwacht. Was das im Endeffekt bedeutet, sollte nun auch den letzten Systemtreuen klar werden. Deshalb finden auch die Volkswirte der Versicherer die Rettungsschirme und ESM so toll. Sollte mal jeder darüber nachdenken und seine eigenen Recherchen dazu anstellen. Wenn man dann alle Zahlen kennt, dann wird einem klar in welcher Panik die Politiker agieren.

  • 28.05.2013, 15:02 Uhrhafnersp

    Ausgerechnet die Eurobonds-Partei und Gießkannenpartei SPD mit der Hollande-Fanclub-Troika als europäischer Sparmeister, der "harte Bedingungen" verlangt. Einfach komisch und dazu noch komplett abstrus! - und vor allem der nahenden Wahl geschuldet.
    Nach der Wahl kann man dann gegebenenfalls wieder großzügig verteilen.

    Da paßt es wirklich, daß die "dümmste Bank Deutschland" (Bild-O-Ton, nach der "Lehmann-Überweisung") das Ganze mißmanagen soll und der sich sicher schon die Hände reibenden Subventions- und Abzockmafia vor Ort auf die selben (die Hände) schauen soll.

    Humor hat der deutsche Steuerzahler, der trotzdem lacht.

    • 28.05.2013, 15:42 UhrRic

      hafnersp,
      da schmunzle ich auch

      "Die Länder sind nach Angaben von Walter-Borjans ... zwar nicht über den Bundesrat beteiligt, wohl aber über ihre 20-prozentige Beteiligung an der KfW..."

      Jetzt, wo es den Sozis an den eigenen Geldbeutel gehen könnte, müssen noch viel härtere Auflagen erfüllt werden.
      Wie war das noch mal, wenn die SPD Zustimmungen nur unter bestimmten Bedingungen durchwinkt?

  • 28.05.2013, 15:02 Uhrhaftungsfrager

    „Es darf nicht wieder dazu kommen, dass die Menschen bei uns das Gefühl haben, einen löchrigen Eimer zu befüllen.“ Genau, Herr Borjans, das Gefühl muss weg, aber die Tatsache des Versickerns bleibt. Danke für diese Klarstellung. Die CDU und SPD scheinen sich die Bälle für die Große Koalition schon zuzuschießen. Was hier mit den Steuergelden veranstaltet wird, ist vermutlich (schwere) Untreue. Dafür gehören diese Herren sämtlich belangt. Wann endlich passiert das! Und die strukturfehler anderer Länder sollten die dortigen Regierungen lösen. Ansonsten sollen diese Länder Entwicklungshilft beantragen, aber diese Darlehen, die nie zurückgezahlt werden, sind Volksverdummung. Ich frage mich,welche Intention die Deutsche Regierung (bis auf die Pflge ihres Egos) hat, deutsche Steuergelder in massivem Umfang ohne Gegenleistung zu verschenken. Pro bono?!

    • 28.05.2013, 15:16 UhrTabu

      haftungsfrager

      Ansonsten sollen diese Länder Entwicklungshilfe beantragen, aber diese Darlehen, die nie zurückgezahlt werden, sind Volksverdummung.
      ---------
      so seh ich es auch.
      Man kommt sich schon vor hier in Europa,wie im
      dritte Welt Laden..Warte auf Spenden aus Afrika.
      Die sind auf dem aufsteigendem Ast.

    • 28.05.2013, 15:41 UhrEcke

      @haftungsfrager
      natürlich werden die nicht zurück bezahlt. Es wird gestundet bis in alle Ewigkeit. Siehe Portugal, Irland, Griechenland nicht einmal die Zinsen bezahlen sie.

    • 28.05.2013, 15:57 UhrMarco99

      Welcher Weg immer auch gewählt wird, die Schulden, die alten und die zukünftigen, werden in immer größerem Maße auf die Schultern verteilt werden, die die Schulden noch tragen können, Gerechtigkeit ist kein Kriterium, und das sind vor allem die deutschen, holländischen, finnischen, österreichischen Schultern, das geht einfach zwingend aus der Krisenlogik und aus den Zwängen unseres Geldsystems hervor.

      Dabei sind das alles Peanuts, verglichen mit den Summen, um die es in absehbarer Zukunft gehen wird

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