0 Bewertungen
08.12.2007 
Manager-Entlohnung

SPD will Abfindungen begrenzen

Führende SPD-Politiker fordern eine Begrenzung von Manager-Abfindungen – notfalls per Gesetz. Besonders im Falle unternehmerischen Misserfolgs seien die Zahlungen oft zu undurchsichtig. Rückendeckung erhalten sie dabei auch aus der Industrie.

Kurt Beck will Manager-Abfindungen notfalls gesetzlich begrenzen. Foto: apLupe

Kurt Beck will Manager-Abfindungen notfalls gesetzlich begrenzen. Foto: ap

HB BERLIN/MÜNCHEN. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warf einzelnen Managern „mangelnden Sinn für Proportionen“ vor. Nach Angaben von SPD-Chef Kurt Beck prüft seine Partei Möglichkeiten, ungerechtfertigt hohe Abfindungen gesetzlich zu unterbinden. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, ihrer Kritik an den Manager-Gehältern nun auch Taten folgen zu lassen.

Beck sagte der „Bild“-Zeitung: „Wenn Manager selbst bei einer Riesenpleite noch mit Millionen-Abfindungen nach Hause geschickt werden, kann ich den Zorn der Leute verstehen. Zumal die Arbeitnehmer oft auch noch die Zeche zahlen - wenn Unternehmen die Abfindungen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.“ Zwar hätten auch Manager „ein Recht auf anständige Bezahlung“. Dies dürfe aber „nicht ausarten“.

Nach Ansicht Steinbrücks trägt „die Manager-Klasse“ eine „große Mitverantwortung, unser Modell der sozialen Marktwirtschaft zu legitimieren und Zustimmung für Reformen durch Vorbild zu organisieren“. Allerdings werde diese Verantwortung mitunter durch „Maßlosigkeit“ und „mangelnden Sinn für Proportionen“ verletzt, sagte er dem „Focus“. Manchmal habe er den Eindruck, „es wird sogar Misserfolg besonders vergütet“, so Steinbrück weiter.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zweifel an Merkels Durchsetzungsfähigkeit

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar