SPD will nicht weiter abstürzen
Die Sozialdemokraten glauben nicht an rot-grünes Wunder

Mit einem rot-grünen „Wunder von der Saar“ rechnet wohl niemand in den Berliner Schaltzentralen der Parteien, wenn am 5. September im kleinsten Flächenland ein neuer Landtag gewählt wird. In der SPD erhofft man ein Ende des freien Falls in der Wählergunst.

HB BERLIN. So könnten die Sozialdemokraten ein wenig Zuversicht für die ebenfalls im September anstehenden Wahlentscheidungen in Brandenburg und Sachsen (Landtag) sowie in Nordrhein-Westfalen (Kommunalwahl) zu schöpfen. Die CDU baut fest auf Stimmenzuwachs und auf eine klare absolute Mehrheit des amtierenden Ministerpräsidenten Peter Müller. Alles andere würde Müllers bundespolitischen Höhenflug in der Union jäh bremsen.

Deshalb wird am Wahlabend das öffentliche Interesse in Berlin vor allem auf das SPD-Abschneiden an der Saar gerichtet sein. Die Saar-SPD ist traditionell links aufgestellt. Aus ihren Reihen kommen einige der schärfsten Kritiker der Reform-„Agenda 2010“ von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Das gilt für ihren jungen Spitzenmann Heiko Maas ebenso wie für den SPD-Sozialpolitiker Ottmar Schreiner.

Die Frage ist: Gelingt es den Genossen von der Saar, mit Kritik an der rot-grünen Regierungspolitik Zustimmung der Stammwähler zu bekommen? Dabei spielen sicherlich auch die Pirouetten von Oskar Lafontaine eine besondere Rolle: Gern hatte der SPD-Landesverband das Angebot des an der Saar nach wie vor überaus populären - und rhetorisch kaum schlagbaren - früheren SPD-Chefs angenommen, im Landtagswahlkampf kräftig mitzumischen. Ein erster, wenn auch vorsichtiger Händedruck zwischen Lafontaine und dem amtierenden SPD-Chef Franz Müntefering Ende Juni in der ehemaligen Zechenhalle von Bexbach wurde von den Saar-Genossen stürmisch gefeiert und schon als Hoffnungszeichen baldiger Wiederannäherung gesehen.

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