Spekulationen über eine Regierung ohne Schröder
SPD-Genossen erleben Wechselbad der Gefühle

Was will die SPD? Bundeskanzler Gerhard Schröder gab sich am Mittwoch gut gelaunt: "Was glauben Sie, was ich alles für Vorstellungen habe?" Mit Parteichef Franz Müntefering seien die Ideen eng abgestimmt. Doch wolle er seine Vorstellungen über die "Struktur" einer möglichen großen Koalition nicht vor dem Spitzentreffen mit CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber ausplaudern.

BERLIN. So liegen die Ziele der SPD im Machtpoker ums Kanzleramt weiter im Dunkeln. Möchte die Partei Merkel vorab zu weitreichenden inhaltlichen Zugeständnissen zwingen? Verlangt sie den Posten des Bundestagspräsidenten? Will sie zusätzliche Ministerposten heraushandeln? Am Montag hatte Schröder erklärt, beim Führungsanspruch der Sozialdemokraten gehe es nicht um seine Person. Er werde der Bildung einer stabilen Regierung "nicht im Wege stehen. "Das gilt nach wie vor", sagte der Kanzler gestern.

Vom apodiktischen Anspruch auf das Kanzleramt am Wahlabend bis zur Einwilligung, die Personalfrage zwar nach Abschluss der Sondierungsgespräche, aber letztlich doch vor Aufnahme der Koalitionsverhandlungen zu klären, scheint ein weiter Weg zu liegen. In Regierungskreisen ist man bemüht, die Entwicklung der vergangenen 19 Tage als Strategie darzustellen: So habe man es geschafft, mit der Union auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln.

Diese Interpretation blendet freilich erhebliche Brüche und Widersprüche in der Position der SPD aus. Tatsächlich entsprang der harte Kurs nämlich einer Fehleinschätzung. Die Parteistrategen waren sicher, dass sich die FDP einer Ampelkoalition nicht grundsätzlich verweigern und Merkel unter Beschuss aus den eigenen Reihen geraten würde. Dann hätte man die CDU-Vorsitzende in die Zange nehmen können. Die erste Erwartungen traf gar nicht, die zweite nur sehr bedingt ein.

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