Spendenaffäre
Schreiber-Aussage belastet die SPD

Der inhaftierte Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber will laut einem "Spiegel"-Bericht 1988 insgeheim 500 000 kanadische Dollar (rund 321 000 Euro) an die SPD gespendet haben. Das Geld soll der später verurteilte Ex-Thyssen-Manager Winfried Haastert an die Partei weitergeleitet haben.

HB AUGSBURG. Dies berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag. Die SPD bestreite dies jedoch und gebe an, 1988 und 1989 keine veröffentlichungspflichtigen Spenden von Haastert erhalten zu haben.

Schreiber soll seine Angaben über die SPD-Spende vor seiner Auslieferung unter Eid ausgesagt haben. Er war Anfang der Woche aus Kanada an Deutschland überstellt worden und befindet sich in Augsburg in Untersuchungshaft. Gegen ihn liegt beim Landgericht Augsburg eine Anklage wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung, Betrug und Bestechung vor.

Der frühere Schreiber-Treuhänder, Giorgio Pelossi, sagte dem Magazin aber, er habe "nie etwas über die SPD gehört". Das 1988 von Schreiber an Haastert gegebene Geld sei für den Kauf einer Wohnung verwendet worden.

Ferner deuten laut "Spiegel" Schreibers Tischkalender von 1992 und 1993, die dem Magazin vorliegen, auf eine intensive Beziehung zwischen ihm und dem damaligen CSU-Schatzmeister Otto Wiesheu hin. 1992 stehe der Name Wiesheu an 23 Tagen im Kalender, 1993 an 27. Dreimal soll der Name Wiesheu neben dem Namen eines Mannes stehen, der Treuhänder einer Firma war, die Schreiber zur Verteilung von Provisionen genutzt haben soll. In der Vergangenheit habe Wiesheu stets erklärt, für Partei-Spenden niemals Gegenleistungen erbracht zu haben.

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