Spendengewinnung
Wirtschaftskrise schlägt 2009 auf SPD-Parteikasse durch

Die schlechte Zahlungsmoral ihrer Mitglieder, die geringe Zahl an Spenden aus der Wirtschaft und zu geringe Rücklagen stellen die SPD vor große Probleme. Angesichts des kostspieligen Superwahljahrs 2009 denken die Sozialdemokraten über weitere Möglichkeiten der Spendengewinnung nach. Eine Lösung könnte das Modell Obama sein.

BERLIN. Zwar hat die Partei bei den Mitgliedseinnahmen und den Spenden noch keine Anzeichen der Wirtschaftskrise, wie Schatzmeisterin Barbara Hendricks dem Handelsblatt sagte. Allerdings sinkt die Zahl der Mitglieder beständig, zudem dürften 2009 durch die Rezession die Erträge der Unternehmensbeteiligungen sinken. "Bei den Zeitungsbeteiligungen machen sich, wie bei allen Zeitungen, die aktuellen Entwicklungen, beispielsweise der Rückgang im Anzeigengeschäft, sinkende Auflagenzahlen und sinkende Einnahmen aus dem Druckgeschäft, bemerkbar", sagte Hendricks. Für 2008 lägen sie aber noch im Plan.

2009 stehen 16 Wahlkämpfe bevor, die finanziert werden müssen. Vergangene Woche wurde beschlossen, jedem der fast 300 Bundestagskandidaten einen Zuschuss von 8 400 Euro zu gewähren; 6 300 Euro bei der Europawahlen. Insgesamt werden die Kosten im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen.

Zur Finanzierung sind die Unternehmensbeteiligungen für die SPD bedeutsam. Die Partei erhält kaum Spenden aus der Wirtschaft und leidet wie andere Parteien auch an der schlechten Zahlungsmoral der Mitglieder: Die meisten Genossen überweisen nur den Mindestbeitrag von 2,50 Euro. Der Durchschnittsbeitrag der 526 000 Mitglieder liegt bei 7,25 Euro. "Zum Jahresende führen wir eine Mailaktion durch, um Kleinspenden zu werben", kündigte Hendricks an. Die allerdings richtet sich an die knausrigen Parteimitglieder.

Beeindruckt vom Spenden-Wahlkampf des künftigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama, denkt die SPD um. Es werde überlegt, bei exklusiven Abendessen mit SPD-Spitzenpolitikern Spenden zu werben, heißt es. Allerdings hält Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wenig davon. Vieles aus Amerika lasse sich nicht übertragen, sagte er dem Handelsblatt. "Aber ein bisschen Modernisierung täte uns auch in Deutschland gut." Die Art des Spendenwerbens stehe nicht im Zentrum.

Obama hatte gezielt Kleinspenden eingeworben. Dem räumt die SPD in Deutschland wenig Chancen ein. "Bei Nicht-Mitgliedern richten wir uns bisher überwiegend an Unternehmen", sagte Hendricks. "Wir denken aber natürlich auch über weitere Möglichkeiten der Spendengewinnung nach."

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